Donnerstag, 22. Juni 2017

GB hat gewählt

 
  
Bild: Wikipedia     
Nachdem die Holländer und die Franzosen bereits die Euroskeptiker in ihrem Land die kalte Schulter gezeigt haben, wie werden nun die Briten ihr Schicksal annehmen. Der Brexit ist beschlossene Sache, aber wie soll es nun weitergehen?

Vor der Wahl sah es ganz danach aus, dass Theresa May alles richtig gemacht hat mit der Entscheidung Neuwahlen auszurufen. Die politischen Gegner sind auf dem Boden, denn Jeremy Corbyn betreibt eine kontroverse Politik mit der Ideologie der Verstaatlichung von diversen Unternehmen. Dieser Unmut macht sich nicht nur innerhalb seiner Parteifreunden bemerkbar, sondern auch das Volk ist mit dieser Entscheidung nicht ganz zufrieden. Dementsprechend bekommt der Labour-Chef bei der letztem Umfrage vor der Wahl lediglich 30% Zuspruch und somit der Verlust von einigen Wahlbezirken. Auch aus Schottland weht ein eisiger Wind dem 68-Jährigen entgegen, denn die Schotten und insbesondere die SNP (Schottische Nationalpartei) möchte gern selbst aus dem Bund des „United Kingdom“ aussteigen um als unabhängiger Staat sich der Europäischen Union anschließen zu können. Bislang galt Schottland als eine kleiner Notnagel für die Labourpartei um paar Sitze zu gewinnen.

Außerdem möchte Theresa May ihre Machtposition stärken gegenüber den Verhandlungen rund um den Brexit bei der Europäischen Union. Eine starke Vertretung im Unterhaus würden ihr Helfen ihre Ideen schnelle durchzusetzen und somit zähe Kompromisslösungen mit der Labour-Partei verhindern. Auch wenn ihre Vorstellungen des Austritts ein immenses Risiko für das Land und seine Wirtschaftskraft bedeuten könnte, möchte May an ihren Vorstellungen weiterhin festhalten. Schließlich habe das Volk beim Referendum am 23.06.2016 für diesen Schritt votiert.

Dieses besagte Referendum könnte auch Jeremy Corbyn in die Karten spielen, denn das Ergebnis für die Entscheidung für den Ausstieg aus der Europäischen Union war ein knapp. Zudem haben viele Briten bemerkt, dass ihre damalige Entscheidung eindeutig eine Fehlentscheidung war. Dies merken sie nicht anhand der präsentierten Wirtschaftszahlen aus dem Ministerium, welche einen Wachstum der Wirtschaft von ungefähr 0,3% prognostiziert hatten. Sondern auch in ihrem Geldbeutel, denn die Inflation ist erstmalig auf 2,3% gewachsen und somit auf den höchsten Stand seit ungefähr zweieinhalb Jahren. Im Gegenzug erwarten die britischen Haushalte keine Gehaltserhöhung von ihren Arbeitgebern und somit haben sie auch real weniger in der Tasche. Durch diese Entwicklung haben die Briten auch eindeutig weniger Lust auf Konsum und dämpfen somit die Wirtschaftsleistung. Dabei macht der eigene Konsum über zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus.

Ein weiteres Risiko des harten Ausstieges aus der Europäischen Union ohne nennenswerten Erfolg auf der wirtschaftspolitischen Ebene ist die Veränderung des Status Großbritannien zu einem Drittstaat gegenüber der Europäischen Union. Als Drittstaat werden gegenüber der Europäischen Union Zölle fällig. Diese Maßnahme könnte allen voran den Automobilsektor hart treffen, denn gegenüber Personenkraftfahrzeugen werden zehn Prozent fällig. Extremer fällt der Prozentsatz für Nutzfahrzeuge aus, denn dort liegt der Wert bei 22%. Aber nicht nur für komplette Fahrzeuge fällt dieses Handelshemmnis ab, sondern auch für den Ersatzteilsektor. Dort erwirtschaftete Deutschland 23 Milliarden Euro im Jahr 2016 und ungefähr 15% (ca. 3,5 Milliarden Euro) davon entfallen auf den britischen Markt.

Die Situation in Großbritannien vor der Wahl war sicherlich nicht leichteste zum Regeln für eine Staatschefin mit dem Format von Theresa May. Das Land wurde innerhalb von drei Monaten von diversen Terroranschlägen heimgesucht, welche die unterschiedlichsten Intensionen hatte aus Sicht der Terroristen. Immer im Mittelpunkt stand dennoch die Unzufriedenheit gegenüber die aktuelle Politik von Theresa May. Diese verstand es auch als einen direkten Angriff auf ihre politische Richtung und verschärfte diese immer mehr. Dies gipfelte am Ende mit dem Resultat, dass Theresa May anfing die Menschenrechte innerhalb Großbritanniens in Frage zu stellen.

Ein politisches Eigentor wie sich herausstellte am Ende, denn die Wähler sahen nicht nur die Bedrohung durch externe Terroristen, sondern auch intern in London, besser gesagt in Downing Street 10 sitzen. Dementsprechend straften sie Theresa May ab und gaben vermehrt ihre Stimme für die Labour-Partei ab. Knapp 13 Millionen Wählerstimmen konnte Jeremy Corbyn für sich vereinen. Die Partei scheiterte knapp an der 40% Hürde, aber konnte ihren Wert aus dem Jahr 2015 um über zehn Prozent steigern. Ein erster Achtungserfolg für die einst totgeglaubte Labour-Partei. Ein weiterer Erfolg, welcher bereits sich bei der ersten Hochrechnung abzeichnete, war der Gewinn von über 262 Wahlbezirken und somit konnten die Konservativen unter Theresa May keine absolute Mehrheit im Unterhaus gewinnen. Besonders dramatisch aus Sicht von Theresa May ist nicht nur die verloren gegangene absolute Mehrheit, sondern auch das einige sicher geglaubte Wahlbezirke auf einmal an die Labour-Partei gegangen sind. Höhepunkt der Niederlage war, dass die Neuauszählung des Londoner Stadtteils Kensington einen Sieg für die Arbeiterpartei ergab. Ein Ergebnis, womit die Demographen der Konservativen in ihren kühnsten Träumen geglaubt hätten. 

Theresa May gab noch am Folgetag der Wahl bekannt, dass sie sich mit dem Willen der Neuwahlen einfach verzockt hat. Sie dachte nur an die Partei und ihren eigenen Interessen gedacht und dabei das Volk vollkommen aus dem Augen verloren. Um dennoch an der Macht bleiben zu können, muss sie mit der nordirischen Partei „Democratics Unionist Party“ koalieren. Ein Pakt aus dem beiden Seiten nur als Verlierer hervorgehen werden. Es erinnert ganz stark an die erste Wahl von David Cameron als dieser eine Koalition mit den „Liberal Democratics“ eingehen musste um sein erstes Parlament auf die Beine zu stellen zu können. Was aus der „LibDem“ nun geworden ist, wird besonders bei der Wahl 2015 sowie bei dieser Wahl deutlich. An ihre hohes Ergebnis von damals können sie nicht mehr anknüpfen. Jenes Schicksal könnte auch der DUP passieren auch wenn es sich hierbei eher um eine Lokalpartei handelt. Für die Tories bedeutet es auch Zähne zusammen beißen und weiterhin Kompromisse finden bezüglich des Austritt aus der europäischen Union. Die DUP steht eher für einen sanften Ausstieg, welcher eine enge wirtschaftliche Verzahnung zwischen der Europäischen Union und dem Vereinten Königreich vorsieht. Einen Austritt, welchen auch einige Bürger eher befürworten als den heftigen und schmerzvollen.

Inwieweit sich nun Theresa May an ihrem Fahrplan halten kann für den Ausstieg bis 2019 oder ob sie noch bis 2019 die Premier Ministerin sein wird, steht nun in den Sternen. Neuwahlen noch in diesem Jahr sind nicht ganz ausgeschlossen, denn die Koalition verfügt nur über eine enge Mehrheit im Unterhaus und steht sowieso aufgrund der Kontroversität des Thema „Brexit“ auf sehr dünnen Eis.

Ist das eine Chance für Labour, dass Land wieder zu reformieren wie einst unter Tony Blair?
 

Dienstag, 6. Juni 2017

Der neue Weg von ALBA Berlin?

Bild: easycredit BBL
Seit Februar 2016 übernahm Himar Ojeda die vakante Position des Sportdirektors beim Traditionsverein ALBA Berlin. Während des NBBL Top 4 in Frankfurt hatte ich die Gelegenheit paar Worte mit ihm auszutauschen. Dabei ging es nicht nur um die Jugendarbeit von ALBA, sondern auch die zukünftigen Pläne von ALBA Berlin.



Als Himar Ojeda kam, war er für den allgemeinen Fan ein unbeschriebenes Blatt bislang, aber im Detail kann Ojeda auf eine interessante Vita vorweisen. Seine ersten Schritte als Basketball-Manager konnte er in seinem Heimatland Spanien bei CB Gran Canaria und Estudiantes Madrid machen. Anschließend verschlug es ihn in die NBA zu den Atlanta Hawks als Scout für europäische Talente.

Himar Ojeda über das NBBL Top 4
Wellmaennchen: Himar, was für ein Halbfinale gegen die IBA München. Beschreibe deine aktuelle Gefühlslage.

Ojeda: Es war ein sehr wichtiges Spiel für die NBBL Mannschaft. Einige Spieler waren im letzten NBBL Jahr und hätten gerne das Finale erreicht. Aber IBA München spielte einfach besser als wir. Wir hatten zwar den besseren Start in die Partie, aber wir konnten sie oftmals nicht entscheidend stoppen. Wir waren einfach unkonstant.

Was war die Schlüsselszene in der Partie?

Glaub es Ende des zweiten Viertels und der Anfang vom dritten Viertels war besonders schwer für uns. Die Verteidigungsarbeit von IBA München war einfach überragend und dadurch konnten wir nicht flüssig spielen sowie keine guten Optionen finden. Aber dennoch haben die Jungs ein kämpferisches Herz und wollten sich aufgeben. Dabei blieben wir zwar in der Partie, aber es gab immer wieder Kleinigkeiten während der Partie. Allen voran muss man Oscar Da Silvas Innenspiel in dem Zusammenhang loben. Das war alles.

Ist die IBA München vielleicht erfahrener gewesen als der Kader von ALBA Berlin?

Nein, dass glaube ich nicht. Wir haben in dieser Mannschaft den Trainer mit einer Menge Erfahrung und wir haben Spieler, welche bereits ein NBBL Top 4 bzw. JBBL Top 4 gespielt haben. Ich denke einfach, dass das wir nicht unseren besten Tag hatten. Wir konnten nicht einfach einen Rhythmus finden um zu punkten.
Wie findest Du das gesamte Turnier bisher?

Sehr gut. Unser Spiel war das einzige enge Spiel bislang. Das andere NBBL-Halbfinale war ziemlich eindeutig. Nichtsdestotrotz ist es ein großartiges Turnier, denn es findet am Ende der Saison statt. Dadurch zeigen die Spieler nochmals ihr besten Basketball. Aber auch die Umgebung mit der Vielzahl an Zuschauern tut den Spielern gut. Wir müssen auf jeden Fall an diesem Format festhalten. Wir müssen die Basketball-Fans auch mit unserem Nachwuchs unterhalten. Denn das ist die nachfolgende Generation und benötigt immer wieder einen Push.

Himar Ojeda über die BBL im europäischen Vergleich

Du hast ja eben gesagt, dass die nachfolgende Generation wichtig ist. Wie weit ist die Liga noch von ihrem Ziel die beste Liga 2020 zu sein entfernt?

Im Moment ist noch die ACB die beste Liga Europas mit einer starken Konkurrenz. Die BBL muss auf jeden Fall weiter arbeiten und muss ihre Spieler verbessern. Außerdem muss das Spielverständnis erweitert werden. Zudem müssen die Schiedsrichter und andere Person herum das Talent beschützen. Die Liga ist zum Teil immer noch zu physisch. Aber wir sind ziemlich weit in Deutschland und müssen uns nicht vor der ACB verstecken. Darüber hinaus machen wir einige Sachen besser als sie. Wir müssen auf jeden Fall unseren Fokus in die Qualität und dem Basketball setzen. Kurz um: Wenn wir weiterhin hart arbeiten, dann können wir es auf jeden Fall schaffen.

Fenerbahce gewann als erste türkische Mannschaft die Euroleague. Ist die türkische Liga unter Umständen doch weiter als die deutsche Liga?

Natürlich wird die türkische Liga besser von Jahr zu Jahr. Aber wir wissen auf der anderen Seite, dass es nur einige Vereine sind in der Türkei, die richtig viel Geld haben. Aber sie haben auch eine gute Basketball-Kultur und machen einige Sache gut. Aber sie haben nicht Festigkeit um an ihren Strukturen festzuhalten als es die ACB tut oder die BBL bereits tut. Daher ist für mich die ACB immer noch die beste Liga Europas und die BBL muss definitiv mehr gute Sachen von ihnen kopieren.

Früher galt die italienische Liga immer als eine Liga mit viel Potenzial. Ist sie das immer noch?

Nein, absolut nicht. Die Geschichte der italienischen Liga ist sehr traurig, denn in meinen Augen ist Italien ein Basketball-Land. Es ist sehr traurig anzusehen, dass die italienische Liga einen Absturz erlebt hat. Immer wenn ich im Gespräch bin mit Agenten, Spieler oder Verantwortlichen, dann erzählen sie mir immer wieder wie schlimmer alles wird und alles das wegen Euro-Krise. Sie müssen einfach einen Neustart wagen. Für Basketball allgemein wäre es toll, wenn sie wieder zurück kommen. Italien ist einfach ein Basketball-Land.

Erlebt die griechische Liga eine ähnliche Geschichte?

Ich glaube, dass die griechische Liga es noch härter getroffen hat. Sie haben unglaublich talentierte Spieler und Trainer. Dabei fällt auf, dass viele Trainer außerhalb Griechenlands trainieren. Aber wenn du ihren Stil anschaust, siehst du auch das ein großes Verständnis für den Sport vorhanden ist. Aber ich denke die Krise wird sie weiter beuteln. Dabei nicht nur sportlich sondern auch finanziell, denn die Situation ist noch viel schlimmer als in Griechenland.

Himar Ojeda über die Zukunft von ALBA Berlin
Es war nun das letzte NBBL Turnier für Ferdinand Zykla. Bekommt er nun einen Profivertrag oder was sind die Pläne mit ihm?

Wir würden es wünschen, wenn er einen Profivertrag bei uns unterzeichnet. Aber Sprung wird ein ziemlicher großer sein für ihn. Zum Glück haben wir die Kooperation mit Lok Bernau. Dadurch können die Spieler sich entwickeln und mit anderen Spielern ihrer Altersklasse duellieren. Gleichzeitig bekommen sie auch die Chance im Profikader mitzutrainieren. Dadurch möchten wir 15 erstklassige Spieler haben, welche nicht nur in der BBL einsetzbar sind, sondern auch im europäischen Wettbewerb. Dazu soll meiner Meinung nach auch Ferdinand Zykla gehören.

Mit der Entlassung von Ahmet Caki wurde Thomas Päch zum Headcoach. Bleibt er dies auch nächste Saison oder was sind die Pläne?


Thomas hat auf jeden Fall einen Vertrag für die nächste Spielzeit. Er hat auf jeden Fall eine großartige Arbeit geleistet für uns. Diese Erkenntnisse helfen ihn auf jeden Fall weiter. Aber nun müssen wir auch Entscheidungen treffen und dabei gilt es den besten Trainer unter Vertrag zu nehmen, welchen wir finden können. Die gute Nachricht für Thomas ist, dass er auf jeden Fall unser Co-Trainer bleibt und er hat noch einen Vertrag bei uns. Aber der Kurzeinsatz als Headcoach wird ihm sicherlich persönlich weitergeholfen haben und er hat wirklich einen ausgezeichneten Job gemacht.

Also wird eher nach einem internationalen Trainer gesucht?

W
ie soll ich sagen, wir sind eine internationale Organisation. Aber unser erster Wunsch ist es zunächst mehr Spieler aus Deutschland zu haben in unserem Kader. Zudem wollen wir Trainer sowie Spieler einstellen, welche sich stets weiterentwickeln können. Natürlich werden wir dadurch den internationalen Markt nicht außen vor lassen.

Ismet Akpinar hat der Presse erzählt, dass er mit einem Wechsel nach Ulm liebäugelt. Ist da wirklich etwas dran oder hat er bereits ein Angebot von ALBA vorliegen?


Ehrlich gesagt, wir wissen es nicht. Wir haben noch nicht mit unseren Entscheidungen abgeschlossen. Ismet ist ein Junge den wir entwickelt haben. Außerdem hat er hart gearbeitet und die Fans lieben ihn. Wir werden sehen, was passieren wird. Wir werden auf jeden Fall das Gespräch mit dem Agenten und ihm suchen und er soll uns seine Idee präsentieren, aber genauso wird er unsere Vorstellungen erfahren.

Der Vertrag von Akeem Vargas läuft ebenfalls aus. Gibt es dazu mehr zu berichten?


Richtig, wir haben nur einen deutschen Spieler unter Vertrag mit Bogdan Radosavljevic und wir haben paar Optionen beiden Amerikanern. Das sind unsere kleinen Baustellen im Moment. Dann ist ja unsere Baustelle die Trainerstelle.Aber unser Plan ist klar: Wir wollen im Kern gute Deutsche haben, welche wir auch weiterentwickeln können. Darüber hinaus muss die Sinnfrage gestellt werden, wer will mit uns diesen Weg gehen und wer nicht.

Ist dieser Weg nicht schwierig, denn FC Bayern Basketball oder Brose Bamberg haben deutlich mehr Geld zur Verfügung?
 


Natürlich wird es nicht leicht sein. Wie du bereits gesagt hast, haben der FC Bayern oder Bamberg einfach mehr Geld als wir zur Verfügung. Auch Ulm macht einen großartigen Job auf diesem Sektor. Aber nicht nur im oberen Tabellendrittel haben wir gute Mannschaften mit guten Investitionen, sondern auch in unserem Tabellenbereich herum. Klar wird unser Ziel nicht leicht sein zu erreichen, aber ich bin der Auffassung, dass das ALBA Berlin einen gewissen Ruf hat in Deutschland und in Europa. Daher werden wir unser bestes Versuchen um dieses Ziel zu erreichen.Unser Vortei ist, dass wir nicht auf sofortigen Erfolg hinaus sind. Sondern wir können in Ruhe wachsen und damit mittelfristig Erfolg haben. Wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Ich denke, dass wird alles klappen wie wir uns das auch vornehmen.

Eine weiteres chinesisches Unternehmen hat sein Sponsor-Engangement zugesagt. Ist China ein interessanter Markt für deutsche Basketball-Vereine auch für mögliche Spieler?


Ja, ist es tatsächlich. Es ist gibt natürlich Herausforderungen wie deren Kultur und anderen Dingen. Aber unser neuer Sponsor hat einen großartigen Job gemacht bislang. Aber auch wir von ALBA Berlin haben bislang einen tollen Job in China gemacht. Henning Harnisch ist im Moment dort und dadurch wird das Interesse auch von anderen Unternehmen geweckt, welche auch unter anderem Sponsor werden. Aber wir arbeiten dort auch mit Kindern und falls eines davon das Talent mitbringt, dann werden wir sicherlich nicht abgeneigt es nach Deutschland zu bringen.

Vielen Dank für die ehrlichen Worte Himar Ojeda.

Montag, 8. Mai 2017

Rock meets Book

Bild: Eigene Aufnahme
Saturday should rock

Gitarrenriff hier, Drums dort! Diese Schlagworte lassen jedes Heavy Metal Herz höher schlagen. Am Samstag den 06.05.2017 haben die Metal-Freunde zum Benefizkonzert zu Ehren Afrikas eingeladen.

Tatort: Hexenhaus Ulm am Fort unterer Kuhberg! Afrika ist eine Herzensangelegenheit für die unterschiedlichsten Hilfsorganisationen seit Jahren. Aber auch die Metal-Szene in Ulm hat die Problematik mit der Armut in Afrika für sich entdeckt und veranstaltet nun zum dritten Mal ein Benefizkonzert. Dabei traten insgesamt 11 Bands auf und zeigten ihre musikalische Fähigkeiten an der Gitarre, Schlagzeug und Gesang.

Metal war zwar über den gesamten Abend nicht immer zu hören, aber das anwesende Publikum war immer begeistert. Dabei war den Organisatoren stets wichtig, dass die Bands einen regionalen Bezug haben und hinter dem Projekt stehen. Damit die Metal-Liebhaber nicht verdursten, wurde draußen eine Cocktail-Bar aufgestellt und mit Bierbänken bestuhlt. Auch hier wurden die Einnahmen als Spende umgewandelt für den schwarzen Kontinent. Gemeinsam mit einer Schule in Herbrechtingen wurde primär die Partnerschule in Kamerun somit unterstützt. Auch mussten die Musikliebhaber der harten Gitarrenriffs nicht verhungern, denn in der hauseigenen Küche wurden Reis-Gerichte zubereitet. Diese haben überragend geschmeckt und erfreuten sich großer Beliebtheit.


Mit dem Hexenhaus wurde eine ideale Location gefunden für diesen Anlass. Zwar ist die Bühne nicht die Größte, dafür bietet das Areal alles mögliche und keine Nachbarn werden gestört. Somit konnten die Rocker problemlos bis nach 2 Uhr morgens feiern und das Schulprojekt unterstützen.

Bild: Eigene Aufnahme
Sonntag's Satiremartinee

Die vergangene zwei Wochen standen im Zeichen der Literaturwochen in Ulm. An diversen Orten fanden Lesungen statt und meistens mit Musik begleitet. Am Sonntag war die Abschlussveranstaltung im Kulturhaus.

Die Organisatoren der Literaturwochen hatten für den Abschluss ein Novum in Ulm vorbereitet. Ein Literaturmatinee in Kombination mit einem Weißwurstfrühstück. Dafür konnten sie das kongeniale Duo Jürgen Roth und Thomas Kapielsky gewonnen werden. Aber dann ereilte den Organisatoren die Hiobsbotschaft, dass Thomas Kapielsky ausfallen wird aufgrund eines Leistenbruchs. Aber zufällig war der Autor Michael Bittner in der Stadt und ersetze ihn.

Kurze Informationen zu den beiden Vorlesenden: Jürgen Roth ist freier Schriftsteller sowie Journalist. Der Publizist verewigte sich bislang in der FAZ, konkret, taz oder dem Satiremagazin „Titanic“. Michael Bittner ist ebenfalls Publizist und hat Kommentare in der Sächsischen Zeitung und taz veröffentlicht.

Die beiden Publizisten haben immer im Tandem ihre besten Werke vorgelesen. Sei es aus ihren Büchern oder aus ihren Publikationen in den ebengenannten Tageszeitungen. Dabei suchten sie gewählt Stücke heraus, welche sich einerseits ergänzten und andererseits eine satirische Note hatten. Passend zum Welttag des Lachens war das gesamte Publikum bereits vergnügt und kam aus dem Lachen nicht mehr heraus. Über 40 Literaturliebhaber haben sich ins Kulturhaus verirrt. Zwar wirkte der Raum im Kulturhaus dadurch überfüllt, aber dennoch konnten alle den satirischen und bissigen Schriftstücken folgen.

Insgesamt kam das Konzept gut an und eine Wiederholung wurde unisono gewünscht und bereits wurden alternativ Locations gesucht, denn das Wohnzimmer-Feeling hat bisschen gefehlt.


Mittwoch, 15. März 2017

Status Quo nach Q3

Bild: BBL


Am vergangenen Wochenende wurde der 25. Spieltag ausgetragen. Dies bedeutet, dass nun bereits über Dreiviertel der regulären Saison absolviert ist. Was hat sich in der Zeit getan?

Die Kreise der heißen Favoriten auf den Meisterschaftstitel werden immer einsamer. Ganz allein an der Spitze befindet sich ratiopharm Ulm und wird immer noch dicht verfolgt von den Brose Bamberg. Dagegen befindet sich im Tabellenmittelfeld ein heißer Kampf um den letzten Platz für die Playoffs. Aktueller Favorit darauf sind die MHP Riesen Ludwigsburg, aber das hessische Duo Gießen und Frankfurt sowie der Aufsteiger Jena liegen auf der Lauer und warten auf einen Patzer der Schwaben. Im Tabellenkeller dagegen zeichnet sich ab, dass neben den insolventen Phoenix Hagen die Norddeutschen aus Vechta den Gang in die zweite Liga antreten werden.

Überraschungsteam: ratiopharm Ulm
Wie bereits in der Halbzeitanalyse gehört auch nach 25 Spieltagen die Mannschaft aus Ulm zu den größten Überraschungen in dieser Spielzeit. Die Ulmer sind nicht nur ungeschlagen seit über 25 Spieltagen auf nationaler Ebene, sondern haben auch nebenbei den Rekord von Bayer Leverkusen aus der Saison 1969/70 egalisiert. Dabei konnten die orangen Krieger zwischenzeitlich den Ausfall ihres Spielmachers Per Günther nahezu perfekt kompensieren. Auch der Ausfall von Tim Ohlbrecht seit den Weihnachtstagen tut kein Abbruch in der Offensive sowie Defensive. Seitdem konnte ratiopharm Ulm alle neun Spiele gewinnen und dabei eine Differenz von über 25 Punkten vorweisen. Selbst wenn die Partie eng wird, bewahren die Ulmer den kühlen Kopf und spielen souverän ihre Stärken aus. Jüngste Bespiele hierfür sind die Spiele gegen Oldenburg sowie gegen Vechta.

Enttäuschungsteam: Rasta Vechta
Vor der Spielzeit 2016/17 waren sich die Verantwortlichen in Vechta sicher, dass das Abstiegsgespenst keinen Besuch abstatten wird wie damals bei ihrem ersten Auftritt in der höchsten Spielklasse. Aber der Erfolg am 30.10.2016 gegen die Fraport Skyliners bleibt bislang das einzige Erfolgserlebnis in Vechta. Stattdessen musste die Trennung von Übungsleiter Andreas Wagner sowie von einigen Spielern bekannt gegeben werden. Die daraus resultierenden Nachverpflichtungen konnten auch bislang nicht einschlagen wie erwünscht. Larry Gordon, welcher in Hagen sowie Bremerhaven sich als Werfer einen Namen gemacht hatte, kann an diese Leistungen noch nicht anknüpfen. Philipp Neumann wollte mit einem Wechsel zu einem kleineren Verein einen Neustart wagen und sich auf seine Stärken zurückbesinnen, aber auch er kann nicht überzeugen und sieht mehr Spielzeit auf der Ersatzbank als auf dem Spielfeld. Aber auch konnte Doug Spradley noch nicht das Siegergen aus der Mannschaft kitzeln, aber sieht seine Mannschaft Woche für Woche auf dem Aufwärtstrend. Die letzten Ergebnisse machen durchaus Mut auf den einen oder anderen Saisonsieg noch. Ob es schlussendlich für den rettenden 16. Platz reichen wird, hängt auch bisschen von der Konkurrenz ab.

MVP: Maximilian Kleber
Natürlich hätten alle nun einen Ulmer Basketballer erwartet, denn ihre Spielzeit ist einfach wie aus einem Bilderbuch bislang. Aber aus meiner Sicht hätte Maximilian Kleber diesen Award ebenfalls verdient und wäre der erste deutsche MVP nach Pascal Roller. Dabei ist Maxi Kleber für den FC Bayern Basketball sowohl offensiv als auch defensiv eine große Stütze und überzeugt mit seinen Leistungen. Außerdem blieb er bislang von Verletzungen verschont und strahlt dadurch eine gewisse Spielfreude aus. Diese überträgt er auf seine Spielkameraden und dadurch gehören die Münchner zu den heißten Mannschaften neben ratiopharm Ulm und Brose Bamberg. Außerdem bewiesen die Münchner, dass sie durchaus in der Lage wären sowohl ratiopharm Ulm als auch Brose Bamberg zu schlagen. Zu Maxi Kleber zurück: Seine aktuellen Zahlen sind auch die Besten, welche er jemals in Deutschland aufgelegt hat. Hinzu kommt, dass er mit seiner Größe zu den zuverlässigsten Schützen jenseits der 6.75m gehört.  Einziges Verbesserungspotenzial ist seine Freiwurfausbeute. Lediglich 2mal pro Partie steht er an der Linie.


Rookie: Shavon Shields
Allmählich scheint aus dem Dreierkampf ein Einzelkampf zu werden um die Krone des besten College-Rookie in der Spielzeit 2016/17. Zwar schien die Leistung von Shavon Shields zu stagnieren, aber dann steigerte sich der Nebraska-Alumni wieder. Aufmerksames Lesen der Situation verhalfen dem Amerikaner mit dänischen Wurzeln immer wieder zu einem Offensivrebound sowie Punkte. Auch dank seiner Leistung können die Frankfurter mit Platz 8 flirten trotz eines verkorksten Saisonstartes. Mehr über ihn könnt ihr im Interview nachlesen.


Die Effektivsten nach 25 Spieltagen*
















*nur Spieler, welche alle Spiele absolviert haben, werden berücksichtigt

Freitag, 3. März 2017

Quo vadis Würzburg

Bild: easycredit BBL

Eigentlich sollte 2016/17 eine Kopie des Jahres 2015/16 werden und sogar noch besser laufen. Aber es kam alles anders in Würzburg. Welche Gründe stecken dahinter? – Eine Analyse!

Rückblende! Am 15.05.2016 scheiterten die s.Oliver Würzburg in der ersten Runde der Playoffs gegen die Brose Bamberg. Dabei waren die Würzburger im Frankenderby chancenlos, aber dennoch glücklich über den Saisonverlauf. Doug Spradley diktierte damals in die Blöcke der Journalisten: „Danke auch an meine Mannschaft, denn wir haben mit dem frühzeitigen Klassenerhalt und dem Erreichen der Playoffs zwei Ziele erreicht. Darauf können wir stolz sein.“ Mit den selbigen Zielen wollten die Würzburger auch in die Saison 2016/17 gehen.

Zwar mussten die Würzburger bereits 15 Tage nach den Ausscheiden von den Playoffs sich bereits von ihrem Kapitän und Aufbauspieler Dru Joyce verabschieden, aber konnten adäquaten Ersatz mit Jake Odum präsentieren. Zwei Tage später kam die Meldung, dass sie mit ihren Leistungsträgern Brendan Lane und Lamonte Ulmer verlängern.  Abermals zwei Tage später konnten sie die Verpflichtung vom Flügelspieler Vladimir Mihailovic berichten. Mit diesen vier Spielern war sich die Expertenriege bereits sicher, dass das Ziel – die Playoffs – nicht in weite Ferne rücken. Anschließend herrschte ein wenig Ruhe um den Würzburger Kader, aber Ende Juni wurde die Rückkehr Kresimir Loncar bekannt gegeben. Der Kroate mit deutschen Pass hatte zuvor für ALBA Berlin gespielt und galt dort als guter Rollenspieler. Anschließend konnten die Würzburger mit zwei Talenten mit Lukas Wank und Georg Voigtmann auf einen Vertrag einigen. Als Spielmacher und Entlastung von Jake Odum fanden sie den College Rookie Marqueze Coleman als geeignet. Am 03.08.2016 komplettierten sie ihren Kader mit dem Power Forward Marshawn Powell. Aus der Vorsaison konnten sie außerdem auf die Deutschen Max Ugrai, Maurice Stuckey und Sebastian Betz zählen. In Summa wirkte der Kader sehr ausgeglichen und wohl überlegt zusammengestellt. Dem Saisonziel sollte nichts im Weg stehen.

Problemzone 1: Verletzungen in der Vorbereitung
Nichts ist schlimmer für eine Mannschaft als ein verletzter Spieler in der Vorbereitung. Als Marqueze Coleman am 06.08.2016 den obligatorischen Medizin-Check durchlief, entdeckten die Ärzte eine Verletzung am linken Knöchel. Die Verletzung konnte lediglich mittels einer Operation behoben werden Aus diesem Grund musste der Vertrag mit dem Aufbauspieler aufgelöst werden. Anschließend hat es über 17 Tage gebraucht um einen Ersatz zu finden und dieser wurde in Person von Ricky Tarrant präsentiert. Aber die Verantwortlichen waren sich der Fähigkeiten des 1.88m großen Aufbaus nicht sicher und gaben ihn nur einen Tryout-Vertrag. Nach Ablauf des Probevertrages wurde dieser nicht verlängert und stattdessen konnte der „Guard des Jahres“ aus Schweden verpflichtet werden. Der schwedische Nationalspieler Charles Barton soll für die nötige Entlastung sorgen. Keine zwei Wochen später schlug das Verletzungspech wieder zu bei den Unterfranken. Sebastian Betz verletzte sich am Sprunggelenk und soll länger ausfallen. Sein Ersatz kommt aus den eigenen Reihen mit Felix Hoffmann. Anschließend kam es zum Ausfall des Power Forward Marshawn Powell kurz vor Saisonbeginn und die Verantwortlichen mussten abermals den Spielermarkt sondieren. Mit James Southerland konnten sie fünf Tage vor dem ersten Spieltag einen Bundesligaerfahrenen Power Forward verpflichten.

Problemzone 2: Spielerabgang während der Saison
Zwar konnten die Neuzugänge gut ins Spielsystem integriert werden, dennoch kam es abermals zu unruhigen Zeiten im Kader. So verließ zum Nikolaustag James Southerland den Kader und Marshawn Powell musste in den Kader wieder integriert werden. Dabei unterscheiden sich die beiden Spieler auf den ersten Eindruck von der Spielweise nicht, dennoch muss 27-Jährige die Laufwege und Systeme lernen. Aber bereits bei seinem zweiten Spiel konnte der 2.01m große Forward zweistellig punkten. Stattdessen kam die Meldung über die Auflösung des Vertages mit Vladimir Mihailovic am 13.12.2016 völlig überraschend. Zwar konnte der Guard, welcher aus Tübingen kam, nicht an seine Leistungen aus der Vorsaison anknüpfen, aber wirkte dennoch nicht wie ein Fremdkörper innerhalb des Mannschaftsgefüge. Aber dennoch sahen beide Seiten keine gemeinsame Zukunft aufgrund seiner bisherigen Leistung und lösten den Vertrag einvernehmlich auf. Dadurch fehlten den Würzburgern auf einen Schlag 7.3 Punkte pro Partie und ein hochprozentiger Werfer, denn in seinen 12 Spielen für die Würzburger traf der Montenegriner über 52% seiner Würfe aus dem Zweipunktbereich.

Problemzone 3: Rotation bzw. Überlastung von Odum
Durch den Abgang von Vladimir Mihailovic wurde der Kader auf den kleinen Positionen ziemlich dünn.  Hinzu kommt, dass Charles Barton nicht an seine Leistungen aus Zeiten in der schwedischen Liga nicht anknüpfen kann. Auf Grund dieser beiden Tatsachen steht Jake Odum über 32 Minuten auf dem Parkett und hat dadurch am längsten den Ball in der Hand. Zwar kann Maurice Stuckey für Entlastung sorgen, aber der gebürtige Augsburger fühlt sich auf der Position des Shooting Guard eher daheim als auf der Aufbauposition. Von daher stand Odum lediglich in sechs Partien weniger als 29 Minuten auf Parkett. Zwar überzeugt der 26-Jährige mit knapp 16 Punkten und 5.8 Vorlagen pro Partie, aber auf der anderen Seite verliert er auch über 2.4mal pro Spiel den Ball. Meistens schleichen sich diese Konzentrationsfehler gegen Ende der Partie ein und bringen somit der Mannschaft um den Sieg. Jüngstes Beispiel ist die Auswärtspartie gegen die Fraport Skyliners. Nach Einwurf seiner Mannschaft konnte Quantez Robertson ohne größere Probleme den Ball klauen. Selbstverständlich hielt Jake Odum auf der anderen Seite seine Mannschaft mit seinen Wahnsinnsdreier lange in der Partie.

ZusammenfassendHätten die Würzburger keine Verletzungsprobleme in der Vorbereitung erlebt und die Neuzugänge hätten so funktioniert wie vorgestellt, dann wären sie nicht in der Situation wie sie im Moment sind. Stattdessen fällt und steht die Leistung allen voran von Jake Odum. Mit seinen Dreiern jenseits der neun Metern kann er ein Segen sein, aber gleichzeitig durch seine Ballverluste in Schlüsselmomenten ein Fluch. Dennoch ist Dirk Bauermann guter Dinge für die Zukunft: „Wir merken eine deutliche Steigerung innerhalb der Mannschaft Woche für Woche.“ Auch Gordon Herbert erkennt das Potenzial der Würzburger: „Sie gehen stets aggressiv zum Ball und sind ein toughes Team dadurch.“

Montag, 27. Februar 2017

Via Facebook zum Nationalspieler

Bild: Fraport Skyliners
Was zunächst wie der Titel eines Satiremagazins klingt, ist aber für den Combo-Forward der Fraport Skyliners Shavon Shields völlig normal. Darüber und mehr hat er mir in einem ausführlichen Interview verraten.

Aus sportlicher Sicht war die Saison 2015/16 für die Fraport Skyliners eines der erfolgreichsten. Zumindest seitdem der Flughafenbetreiber Fraport als Hauptsponsor eingestiegen ist. Dementsprechend wurden Begehrlichkeiten für die Protagonisten des Erfolges nach der Saison geweckt. Ein herber Verlust – aufgrund seiner Vielseitigkeit – war der des Kanadier Aaron Doornekamp. Einen identischen Spielertyp zu finden, war also nahezu unmöglich für Gordon Herbert. Daher entschloss er sich für die Wahl eines College-Rookie mit viel Potenzial nach oben. Diesen fand er mit Shavon Shields. Dabei hat Shavon Shields sich in seinen vier Jahren an der Universität von Nebraska einen Namen gemacht. Da er zum elitären Kreis der Spieler gehört, welche die Marke von 1.500 Punkten und 600 Rebounds geknackt haben. Hinzu kommt, dass er aufgrund der dänischen Wurzeln seiner Mutter im Jahr 2013 erste Erfahrungen auf europäischen Parkett sammeln konnte. Denn er nahm an der Nordic Championship teil. Dies ist ein Länderturnier zwischen den skandinavischen Ländern sowie Estland.

Aber mehr dazu nun im Interview!

Shavon, es ist nicht dein erstes Mal in Europa, richtig?

Shavon Shields: Meine Mum kommt aus Dänemark, daher war ich bereits vorher in Europa. Wir besuchen jeden Sommer meine Verwandten und machen immer Ausflüge. Dabei waren wir auch mal in Deutschland.

2013 hast du an der Nordic Championship teilgenommen. Welche Erinnerungen hast du an diesem Turnier?

Shields: Ich bin nach Kopenhagen geflogen. Das U20-Team und ich durften gemeinsam mit der Nationalmannschaft an eine Art Trainingslager teilnehmen. Anschließend sind wir nach Finnland geflogen und haben drei Spiele absolviert. Es hat sehr viel Spaß gemacht und es war eine sehr gute Erfahrung zugleich.

Inwieweit hat dir dieses Turnier geholfen persönlich und sportlich?

Shields: Es war auf jeden Fall eine gute Erfahrung. Die europäische Spielweise ist doch komplett anders aufgrund ihrer Regeln. Bestes Beispiel hierfür ist die Schrittfehlerregelung. Aber sportlich hat es mir dennoch nicht weitergeholfen, denn wir waren alle jung. Es ist anders als, wenn ich als jüngerer gegen Erwachsene spielen hätte dürfen.

Wie du bereits gesagt hattest, ist deine Mum aus Dänemark. Hat der Verband dich kontaktiert oder hast du den Verband kontaktiert?

Shields: Der Verband hatte mich kontaktiert bzw. sie hatten meine Mum über Facebook kontaktiert.


Ein Jahr später zurück in Nebraska hattest du die Gelegenheit am March Madness teilnehmen zu dürfen. Wir kennen so etwas nicht in Deutschland. Nimm uns mit in diese Welt!

Shieds: Es ist ein einmaliges Erlebnis, welches du vermutlich nur einmal in deinem Leben erleben wirst. Du bist einfach mittendrin, mittendrin zwischen den Verrückten. Wir waren damals im Team sehr glücklich, dass wir es geschafft haben und dieses Gefühl erleben dürfen. Dafür arbeitet man schließlich.

Dein Trainer Tom Miles wurde auch in dieser Spielzeit Trainer des Jahres. Inwieweit hat er dir weitergeholfen als Spieler?

Shields: Er hat mir bei jedem Training geholfen. Er hat mir sehr viel Vertrauen geschenkt und hat daher auch einige Spielsysteme für mich entwickelt. Zudem habe ich sehr viel Spielzeit bekommen von ihm und ich habe mich dementsprechend schnell entwickelt. Als Freshman (Anm.: Studenten im ersten Jahr an Universität werden so genannt) habe ich über 28 Minuten bekommen und das hat meiner Entwicklung sehr weitergeholfen. Den nur über das Spiel lernt man das Spiel und nicht nur durchs zuschauen. Er hat mich einfach ins kalte Wasser geworfen und das hat mir sehr weitergeholfen.

Wie würdest du denn seine Art als Trainer beschreiben?
Shields: Er ist ein sehr leidenschaftlicher Trainer. (lacht) Er versucht immer wieder dich zu animieren, aber er hat ein großes Basketballverständnis. Außerdem ist er als Mensch immer für dich da, wenn du ein Problem hast. Er hat wirklich ein gutes Programm in Nebraska aufgebaut und hat auch Interesse an den Zuschauern mit deren Wünschen.

Du warst am College nicht der schlechteste. Dennoch hast du die gesamten vier Jahre dort verweilt und hast die Rufe der NBA ignoriert. Weshalb?

Shields: Schulbildung ist eine wichtige Sache für meine Familie. Meine Eltern waren die Ersten innerhalb ihrer Familie, welche einen Abschluss erworben haben und das haben sie an uns weitergegeben. Zuerst machst du deinen Abschluss und dann den Rest.

Das ist eine sehr ungewöhnliche Aussage: „Education first, Sport second“. Siehst du das nicht doch kritisch?

Shields: Nein, meine Eltern haben mir das stets eingeimpft, dass das ein Schulabschluss wichtig ist. Daher gab es für mich keine andere Alternative.

Nach deiner Zeit in Nebraska hast du deinen Traum von der NBA über die Summerleague versucht zu erfüllen. Wie war es ein Teil eines NBA Vereins kurzfristig zu sein?

Shields: Es war einfach großartig. Ich durfte einfach während der Summerleague die NBA hinter den Kulissen erleben mit all dem Personal und Schnickschnack. Allein das ganze Training war überwältigend. Ein wichtiges Erlebnis für mich.

Dann hast du dich für die Fraport Skyliners entschieden. Wie entstand der Kontakt?

Shields: Mein Agent hatte es damals für mich alles geregelt.


Du bist nun über fünf Monate in der Mainmetropole. Fühlst du dich den bereits wohl?

Shields: Natürlich. Es ist eine schöne Stadt. Wir sind eine junge Mannschaft und dadurch machen wir viele Sachen gemeinsam. Beispielsweise sitzen wir gemeinsam an der Konsole und zocken FIFA. Dadurch ist es eine angenehme Situation für mich.

Hast du zuvor schon von der BBL gehört oder war sie für dich Neuland?

Shields: Ja, ein paar Freunde aus anderen Colleges haben in der BBL bereits gespielt.

Hattest du bereits vor der Saison Erwartungen an die Liga oder an dich selbst?

Shields: Ich sah eigentlich alles pragmatisch, denn ich war noch nie wirklich woanders. Zudem können Erwartungen dich umbringen – im Sinne von enttäuschen. Ich habe wirklich versucht die Situation so anzunehmen wie sie ist.

Dein Statsverlauf ist sehr typisch für einen Rookie. Was machst du beim Training oder hast du einen bestimmten Trainingsfokus?
Bild: Fraport Skyliners

Shields: Eigentlich nur lernen. Ich sage immer wieder, es ist mein erstes Jahr und die Saison ist deutlich länger als ich es bisher kenne. Außerdem ist das Spiel komplett anders. Dies macht sich vor allem beim Spacing bemerkbar oder die stände rotierende Verteidigungsart. Ich versuche das einfach zu verstehen und zu lernen.

Gucken wir mal aufs Team. Der Saisonstart war sehr holprig. Einige Spiele kamen, einige Spieler gingen. Wie schwer war es für dich sich auf diese Situation einzulassen?

Shields: Es war selbstverständlich sehr schwer für mich. Jeder hat eine andere Art zu spielen und ich musste mein Spiel dementsprechend anpassen. Kaum hatte ich es geschafft, war der Spieler auch nicht mehr bei uns im Kader. Aber wir mussten alle damit umgehen, aber nun sind wir auf einem guten Weg.

Wie du auch selbst weißt, seid ihr ein junges Team. Wie wichtig ist es einen Spieler wie Quantez Robertson im Kader zu haben mit all seiner Erfahrung?

Shields: Es ist wirklich sehr wichtig für uns alle. Er gibt sich wirklich sehr viel Mühe mit uns jungen Spieler. Beim Training gibt er immer wieder Hinweise, was wir besser machen können. Außerdem erklärt er nochmals die Spielsysteme. Einen Spieler wie ihn in der Mannschaft zu haben, ist wirklich sehr wertvoll.

Macht sich dies auch abseits des Platzes bemerkbar?

Shields: Selbstverständlich. Er nimmt uns junge Spieler an die Hand und zeigt uns wie die europäische Lebensweise funktioniert. Das war für mich besonders wichtig, denn ich bin das erste Mal von daheim weg. Da ist natürlich für mich alles sehr viel anders und da ist er wirklich eine große Stütze für mich.


Zurück zum Sport. FIBA Champions League ist nun unglücklicherweise vorbei. Wie wichtig war das Turnier für dich und der Mannschaft?

Shields: Es war ein Wettbewerb und ich bin immer noch enttäuscht über das Ausscheiden und das wir nicht zu den besten 16 Mannschaften gehören. (Anm.: Fraport Skyliners hatten einen Zehn-Punkte-Vorsprung gegen Pinar Kariskaya verspielt) Aber selbstverständlich nehmen wir diese Zeit mit für unsere Entwicklung als Mannschaft und motivieren uns selbst. Auch weil wir grad so eine junge Mannschaft sind, war dieses Turnier sehr wichtig als Erfahrung.

Nun könnt ihr euch auf die BBL konzentrieren und die Playoffs sind nicht sonderlich weit weg. Ist das Thema innerhalb der Mannschaft bereits oder denkt man eher von Spiel zu Spiel?

Shields: Noch zwei Spieltage und wir haben noch zehn Spiele in der regulären Saison zu spielen. Wir wollen uns da noch keine Luftschlösser bauen. Aber natürlich reden wir gelegentlich darüber.

Dein Vertrag hat eine Option für nächste Saison. Ist das bereits ein Thema?
Shields: Nein, ich werde mich mit den Verantwortlichen am Ende der Saison erst zusammensetzen.

Dein Erkennungsmerkmal ist deine Frisur. Woher hast du deine Mähne, weil dein Vater hat ja eher eine Glatze?

Shields: Ich habe wirklich keine Ahnung, denn mein Vater hat wirklich eine Glatze und meine Mutter ist eine Weiße und hat daher nicht die Gene.

Zum Abschluss zurück zur dänischen Nationalmannschaft: Werden wir dich im Dress der Nationalmannschaft sehen demnächst?

Shields: Wie du weißt, sind die ganzen Spielplan-Diskussionen noch nicht abgeschlossen. Daher muss man diese ganze Thematik abwarten. Aber ich würde es lieben für die Nationalmannschaft mal aufzulaufen. Auch der Verband weiß über meine Absichten, aber auch sie müssen abwarten.


In diesem Sinne vielen Dank an Shavon Shields für seine Zeit und einen Dank an die Fraport Skyliners, dass sie dieses Gespräch ermöglicht haben. Zudem alles Gute für die restliche Saison und hoffentlich wird das Saisonziel mit den Playoffs noch Realität.

Samstag, 25. Februar 2017

Nach Ernüchterung folgt Erfolg

Bild: Fraport Skyliners

Das Hinspiel zwischen den Fraport Skyliners und den s.Oliver Würzburg war ein Spiel mit zwei Gesichtern. Während Frankfurt die erste Hälfte dominierte, schlugen die Würzburger eindrucksvoll zurück. War das Rückspiel genauso?

2017 steht bislang noch keinen guten Stern für beide Mannschaften. Trotz der Rückkehr von Dirk Bauermann in die easycredit BBL steht noch kein Sieg auf seinem Konto. Auf der anderen Seite schenkten die Frankfurter einen zehn Punktevorsprung auf internationalen Boden ab und können nun sich voll auf die Bundesliga konzentrieren. Diese Konzentration ist auch nötig, denn das Saisonziel – die Playoffs – sind noch nicht außer Reichweite. Selbstverständlich werden die Würzburger etwas dagegen haben, denn sie möchten möglichst bald aus dem Tabellenkeller sich verabschieden trotz vier Siege Vorsprung auf Vechta. Aber nun zum Spiel selbst.

Q1 (20:17)
Bereits im Vorfeld der Partie war klar, dass die Frankfurter auf Shawn Huff verzichten müssen. Der Finne leidet unter einer Magen-Darm-Grippe. Auf der Gegenseite ist Mustafa Shakur noch nicht 100%ig fit. Eine ausverkaufte Fraport Arena verhalf den Gastgeber zu einem guten Start oder in Zahlen ausgedrückt: Nach sechs Minuten stand es 12:6. Aber Würzburg kämpfte sich über ihre Verteidigungsarbeit zurück in die Partie und hatte es geschafft die Partie auszugleichen. Aber Frankfurts Nachverpflichtung AJ English verwandelte 1.9 Sekunden vor dem Ende der Partie einen Dreier aus der Ecke. 4802 Frankfurt Fans waren dementsprechend aus dem Häuschen und brachten die Halle zum Beben.

Q2 (14:20)
Dieses Beben war auch zu Beginn des zweiten Viertels zu spüren. Davon nicht wirklich beeindruckt waren die Würzburger und ihr 200-Mann-Anhang. Angeführt von Jake Odum und Kresno Loncar holten sich die Unterfranken die Führung zurück. Danach folgte ein offenes Spiel und die Führung wechselte immer hin und her. Aber Würzburg hatte die bessere Verteidigungsarbeit und den längeren Atem und sicherte sich eine knappe Halbzeitführung. Auch weil Shavon Shields seinen Dreier kurz vor Ende des zweiten Viertels vergeben hat.

Q3 (18:16)
Sowohl Dirk Bauermann als auch Gordon Hebert schickten die gleiche Startformation aufs Parkett wie zu Beginn der Partie. Abermals konnten die 5002 Zuschauer eine offene Partie miterleben. Rookie Shavon Shields zeigte einmal mehr seine Naivität und passte immer wieder in der Offensive auf und sorgte zweimal in Folge für Punkte nach einem Offensivrebound seinerseits. Schnell war die größte Führung der Gastgeber da (52:45). Aber Würzburg kämpfte sich wieder zurück über ihre Verteidigungsarbeit sowie ihrem besseren Stellungsspiel in der Offensive. Lohn der Arbeit war die Zurückeroberung der Führung.

Q4 (27:23)
Zu Beginn des letzten Viertels wirkte Würzburg wie die aktivere und siegeswilligere Mannschaft. Würzburg traf über vier Dreier in Folge und hatte auch die größte Führung im gesamten Spiel inne. Nach einem Parkplatzschuss von Jake Odum wurden die Frankfurter geweckt. Hinzu kommen glückliche Schiedsrichterpfiffe. Resultat: Frankfurt erkämpfte sich die Führung ins Spiel zurück und gewann auch die Kontrolle über das Spiel. Wenige Sekunden vor Spielende traf AJ English wieder einen wichtigen Dreier und sorgte für die erste kleine Vorentscheidung. Aber der Kapitän persönlich Quantez Robertson sorgte für den Schlussstrich mit seinem Steal an Jake Odum und seinen zwei verwandelten Freiwürfen. Somit stehen die Würzburger weiterhin ohne Sieg 2017 da und die Frankfurter können weiterhin von den Playoffs träumen.


Ein paar Stimmen zum Spiel noch zum Abschluss:

Gordon Herbert: „Wir haben heute einen besseren Einsatz gezeigt als unter der Woche in der Türkei. Heute gab es im Spiel viele Ups und Down. Mal haben wir mit vier geführt, dann sie mit sechs; dann wir mit fünf, dann sie mit acht. Es gab immer wieder kurze Sprints auf beiden Seiten. Ich bin stolz über die Art und Weise, wie wir heute gewonnen haben. Das war ein hartes Spiel, aber wir haben nicht aufgegeben und gekämpft. Das war heute nicht schön, aber wir haben einen Weg gefunden. Wir haben heute zudem eine bessere Defense gespielt als in der Türkei. Das war aggressiv und wir haben uns durchgekämpft – trotz aller Aufs und Abs in der Partie und dem aggressiven und körperlichen Spiel von Würzburg."

Max Merz: „Es war ein intensives Spiel. Würzburg hat sehr gut getroffen. Aber nach der Halbzeit sind wir immer besser ins Spiel gekommen und haben aggressiv verteidigt und am Ende verdient gewonnen.“

Dirk Bauermann: „Glückwunsch an Frankfurt. Sie hatten unter der Woche ein Spiel in der Türkei und waren dennoch zu einer Energieleistung in der zweiten Halbzeit fähig. Am Ende hatte meiner Mannschaft es an Konzentration gefehlt und da wäre eine personelle Alternative wichtig. Dennoch haben die Akteure, welche auf dem Feld waren eine gute Leistung abgerufen. Ich sehe meine Mannschaft auf dem guten Weg jeden Tag und Woche.“


Lamonte Ulmer: „Wir haben zwar aggressiv verteidigt, aber am Ende hatte es nicht für einen Sieg gereicht. Aber wir werden immer besser.“