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Mittwoch, 10. März 2021

Lieber Basketball-Gott


Bild: Gunnar Rübenach 
 

Lieber Basketballgott,

seit nun mehr über ein Jahr müssen wir auf Live Basketball in einer Halle verzichten. Stattdessen müssen wir auf das digitale Angebot von Magenta Sport zurückgreifen. Selbstverständlich investieren wir, die Fans, gerne das Geld jeden Monat, um unsere Lieblingsmannschaft immerhin vor der Mattscheibe zu verfolgen. Dennoch schmerzt es Woche um Woche die leeren Ränge zu sehen und die Sehnsucht steigt in der Halle mit fiebern zu wollen.

Basketball lebt einfach von Emotionen. Emotionen auf dem Platz, aber auch Emotionen auf den Rängen. Fans können zwischen Sieg und Niederlage bei engen Partien das Zünglein an der Waage sein. Nicht umsonst vom Hexenkessel oder der Hölle gesprochen. Aber alles das fehlt nun.

Für Basketball Ästhetiker kann als schwacher Trost gesagt werden, dass die Spiele teilweise schöner geworden sind in dieser Saison. Spieler hören mehr die taktischen Anweisungen vom Trainer oder die angesagten Spielsysteme des Aufbauspielers auf dem Feld. Aber es ist wie eben schon angesprochen nur ein schwacher Trost.

Lieber würde man in den Rängen stehen oder sitzen. Ein Plastikbecher in der Hand halten, indirekt ins Spielgeschehen eingreifen und den Schiedsrichter als Blindschleiche bezeichnen. Aber auch fehlt der gemeinsame Austausch in der Halbzeit im Foyer einer Halle. Oder sich im Vorfeld der Partie bereits treffen. Über die taktischen Kniffe des Gegners philosophieren oder wie die Liga allgemein gerade dasteht. Alles das erfolgt nun digital und viel sachlicher ohne große Emotionen. Der Verfall in die Versachlichung der Situation geschieht und schnell gehen Gespräche in einem Zahlenmeer verloren statt in Emotionen über die eigene Leistung.

Nichts, aber rein gar nichts kann den Besuch der eigenen Halle ersetzen oder das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Auswärtsfahrt. Gemeinsam mit dem Bus quer durch die Republik fahren, egal ob Regen, Schnee oder Sonnenschein. Einfach eine gemeinsame Exkursion, einfach mit dem gemeinsamen Ziel einen Auswärtssieg einfahren zu wollen und überglücklich wieder durch die Nacht nach Hause zu fahren.

Statt Humba in der Halle existiert nur noch der nüchterne Griff zur Fernbedingung und der Fernseher wird einfach ausgeschaltet. Zwar glücklich über den Sieg oder traurig über die Niederlage, aber dennoch nicht 100%ig erfüllend wie als wäre man in der Halle gewesen.

Verdammt, der Live Sport fehlt uns einfach allen im Moment.

Gib uns doch bald diese Möglichkeit und bring ein Ende dieser Pandemie.

Herzlichst

Dein Daniel

Montag, 12. Dezember 2016

Und täglich grüßt das Murmeltier

Bild: Wikipedia
Am 12.12 kam es zur Auslosung der Champions League und der FC Bayern trifft auf den Arsenal London. Ein Duell, welches die Fans bereits in und auswendig kennen. Ein Rückblick.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der FC Arsenal ein gern gesehener Gegner ist für den FC Bayern. Sowohl in der Spielzeit 2000/01 als auch in der Spielzeit 2012/13 trafen die Münchner auf den FC Arsenal im Achtelfinale und setzten damit den Grundstein für den Titel.

Duell 1: Scholls Freistoß
Zweiter Spieltag der Zwischenrunde und der FC Bayern gastierte im Highbury Stadium. Während die Münchner im ersten Spiel einen glanzlosen Heimsieg einfuhren, gerieten die Londoner in Moskau unter die Räder. Daher waren die Engländer bereits gegen den FC Bayern unter Zug zwang. Unter diesem Vorzeichen begann die Partie auch recht rasant und Arsenal erzielte in der 4. Minute bereits das 1:0 durch Thierry Henry. Auch nach der Halbzeit kamen die Londoner besser in die Partie und erhöhten ihren Vorsprung auf 2:0. Aber die Münchner wollten sich nicht abschütteln lassen und erzielten keine zwei Minuten später den Anschlusstreffer. Danach stimmte bei den Londonern nicht mehr die Abstimmung und die Münchner kamen in der 66. Minute zu einer guten Freistoßposition. Diese Chance nutzte Mehmet Scholl aus und zirkelte den Ball ins Tor und sorgte damit auch für den Endstand von 2:2.

Letzte Duell: Bayern Show
Vergangene Saison kam es auch bereits zu dem Duell zwischen dem FC Bayern und dem FC Arsenal.
Während die Arsenal am 20.10.2015 beim ersten Duell innerhalb der Gruppenphase die Siegesserie des FC Bayern zerstörte, stachelte sie unbewusste den Siegeswillen der Münchner extrem an.
Pep Guardiola stellt seine Mannschaft im Gegensatz zur 0:2 Niederlage um und behielt mit seiner Umstellung Recht. Bereits in der 10. Minute begann die bayerische Torgala durch Robert Lewandowski. Bis zur Halbzeit haben die Münchner sich eine 3:0 Führung erarbeitet und arbeiteten an einem Ausbau der Führung nach der Halbzeit weiter. In der 89. Minute machte Thomas Müller den Endstand von 5:1 klar. Zudem zeigte der FC Bayern auch eine souveräne Leistung in der Abwehr und gewährte dem FC Arsenal kaum Torchancen.

Ob der FC Bayern auch in dieser Saison eine Klasse besser ist als der FC Arsenal kann nicht gesagt werden. Beide Mannschaften verfügen auf jeden Fall über einen guten Sturm. (FC Bayern: 34 Tore, Arsenal 36 Tore) Nur in der Abwehr ist der FC Bayern aktuell eine Klasse für sich und dass auch dank Manuel Neuer. (FC Bayern 9 Gegentore, Arsenal 14 Gegentore)

Ewige Bilanz bis dato: 10 Spiele, 5 Siege, 2 Unentschieden,
3 Niederlagen, 17:11 Tore

Alle Spiele (aus Sicht des FC Bayern)
2015/16: Gruppenphase: 0:2; 5:1
2013/14: 1/8 Finale:       2:0, 1:1
2012/13: 1/8 Finale:       3:1, 0:2
2004/05: 1/8 Finale:       3:1, 0:1
2000/01: 1/8 Finale:       2:2, 1:0

Montag, 5. Dezember 2016

Danke Österreich

Bild: Wikipedia
Abermals eine denkbare knappe Wahl, aber eine Wahl gegen den Rechtspopulismus. Alexander van der Bellen hat es geschafft. Ein Dank ans gesamte Volk Österreichs.

Erleichterung, Beruhigung und Hoffnung. Drei Gefühle, welche die europäischen Politiker nach der Wahl in Österreich besitzen. Die Zukunft Europas stand auf Messerschneide. Der Rückenwind für die Rechtspopulisten schien unfassbar groß zu sein und dies allen voran nach der Wahl von Donald Trump in den Vereinigten Staaten. Aber auch waren die Sorgenfalten groß, denn nach der Wahl ist vor der Wahl. Im nächsten Jahr wird in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland das Parlament neu gewählt. Aber nun schöpfen die Volksparteien neue Kraft und hoffen den Wind aus den Segeln nehmen zu können. Viele Politiker schreien zwar bereits auf, dass eine „Jetzt-erst-Recht-Stimmung“ aufkommen könnte bei den Bürgern bzw. Parteien. Aber die Euphorie über die Wahl von Alexander van der Bellen gegen Norbert Hofer überwiegt aktuell und diese Chance will nun genutzt werden.

Dennoch zeigt die Wahl wie zwei gespalten Österreich und Europa ist. Knapp 48% der Stimmen konnte der Ingenieur Norbert Hofer für sich vereinen und dies allen voran dank des ländlichen Bürgers sowie der großen Unzufriedenheit mit dem aktuellen System. Zwei Wählergruppen, welche in Europa keine Seltenheit sind und somit weiterhin fruchtbarer Boden für die Populisten ist. Nun gilt es diese Lücken zu schließen und Brücken zu bauen. Das aber ein Rechtsruck nun nötig ist, um die eigentlichen Aufgaben der Politik wieder in den Fokus rücken zu lassen, zeigt wie fremd die Politik gegenüber den Wählern geworden ist. Auch zeigt die Wahl, dass die sogenannten Volksparteien wie SPÖ oder ÖVP – repräsentativ: SPD oder CDU in Deutschland – ein Auslaufmodell in der Politik sind, denn erstmals in der Geschichte Österreichs stellt keiner der beiden Parteien den Bundespräsidenten. Nichtsdestotrotz haben die Wähler in Österreich gegen die Schädigung des Rufes des eigenen Landes votiert. Da immer wieder innerhalb des Wahlkampfes der Austritt aus der Europäischen Union und die Volksabstimmung für die Todesstrafe thematisiert worden ist vom rechtsorientierten Kandidaten Norbert Hofer.


Diese Tatsache macht auch wieder Hoffnung für die nächsten Wahlen in Europa.  Hoffen wir für Europa, dass der Rechtsruck vorerst gestoppt worden ist und es wird wieder Politik der Vernunft siegen.

Freitag, 25. November 2016

Gedankensammlung im November

Bild: Eigene Aufnahme
Jeden Monat passiert jede Menge in der Welt. Vieles beschäftigt mich davon, vieles eher nicht. Daher möchte ich jeden Monat meine kunterbunte Gedankensammlung publizieren. Hier die erste Ausgabe.

Während ich diese Zeile schreibe, blicke ich gelegentlich nach draußen und sehe ich das typische Novemberwetter. Nebel, Nass und einfach ekelhaftes Wetter. Bester Vergleich dazu ist auch die aktuelle Weltsituation.

Von Trump zu Merkel
Ein politisches Erdbeben wurde der 23. Juni 2016 genannt als die Briten für den Ausstieg aus der Europäischen Union gestimmt hatten. Aber wie würde nun der 8. November 2016 genannt werden? Für die Medien war es klar, dass nun ein anderer Wind von den USA weht. Meiner Meinung nach ist das eine verfrühte Verurteilung des Politikers Donald Trump. Der amerikanische Wahlkampf läuft anders ab als ihn der gemeine Europäer kennt. Hierbei wird ohne Schamgefühle und Hemmungen nach der Vergangenheit des jeweiligen anderen gesucht. Dies geriet nur in den letzten acht Jahren in Vergessenheit, da einerseits Barack Obama eine weiße Weste in seiner Vergangenheit hat und andererseits sein Wahlkampfteam sehr zurückhaltend agierte. Dabei gab es schon diverse Schlammschlachten in der Vergangenheit. Aber zurück zur voreiligen Verurteilung von Donald Trump als US-Präsident und dem Wahlkampf. Selbstverständlich musste Donald Trump Leute an die Urne befördern, denn allein auf seine Stammwähler sich zu verlassen wäre grob fahrlässig aus seiner Sicht gewesen. Daher musste er Töne anschlagen, welche den unentschlossenen Wählern anspricht und für sich gewinnen. Zudem ist die politische Bühne für ihn Neuland und er wird seine Grenzen kennenlernen. Eines dieser Grenzen ist beispielsweise das Kennenlernen von Verantwortung, welches das Amt des US-Präsidenten mit sich bringt. Dennoch zeigte der Wahlkampf sowie das Wahlergebnis wie tiefgespalten die Vereinigten Staaten von Amerika sind.
Eine ähnliche Befürchtung haben bereits erste deutsche Politiker hinsichtlich der anstehenden Bundestagswahl 2017. Dabei verstehe ich solche Aussagen überhaupt nicht. Wenn ich als Politiker Angst haben muss vor einem gespalteten Land bei der Wahl, dann läuft doch grundsätzlich etwas falsch. Dabei kann ich doch gemeinsam mit meinen Landes-bzw. Kommunalpolitiker mich beraten und versuchen es in richtige Bahnen zu leiten. Aber Politiker hören seit längerer Zeit immer weniger auf die Bedürfnisse der Bürger und dadurch entwickelte sich eine eigene Dynamik in den letzten Jahren. Angefangen über die Pegida-Bewegung in Dresden bis hin zur Wiederbelebung der AfD als Partei. Nun gab am 20. November 2016 Angela Merkel auf einer Pressekonferenz bekannt, dass sie für eine vierte Amtszeit kandieren möchte. Die Reaktion der anderen Parteien ließ nicht lange auf sich warten und prophezeiten Angela Merkel einen harten Wahlkampf. Dabei sollten alle gemeinsam versuchen den Rechtsruck in Deutschland zu bekämpfen und wieder auf die Bürger und ihre Wünsche hören. Meines Erachtens ist dies eher ein politischer Mehrwert und die Befürchtung eines gespaltenen Landes wäre nicht vorhanden.

Von Rangnick bis Hoeneß
Während die Politik noch die Gräben innerhalb der Bevölkerung zuschütten kann, ist es in der Fußball Bundesliga zu spät. Während der FC Bayern immer wieder die Gemüter erhitzte, haben sie diesen Ruf nun los. Immer wieder in den Fokus der Stammtische sowie der Medien rückt der Aufsteiger aus Sachsen RB Leipzig. Die hitzige Diskussion erhielt nun neues Feuer, da der FC Bayern am Wochenende gegen Borussia Dortmund patzte und die Tabellenführung herschenkte und dies ausgerechnet an RB Leipzig.
Bild: André Zehetbauer

Dabei kommt dieser Erfolg nicht von ungefähr in Leipzig. Selbstverständlich haben sie mit einem Brausehersteller einen potenten Geldgeber im Rücken, aber statt das Geld in Stars zu investieren wird hier nachhaltig gewirtschaftet. Stattdessen wurde in den Ausbau der Jugendabteilung investiert um auch künftige junge Talente im Profikader stehen zu haben oder sie für teures Geld an andere Vereine zu verkaufen. Aber auch die Coaching-Philosophie von Ralph Hasenhüttl trägt maßgeblich zum Erfolg der Roten Bullen bei. Dabei ist sein Konzept recht simpel gehalten: Den Gegner solange beschäftigen bis er einen Fehler macht und anschließend auskontern. Dabei ist diese Konzeption keineswegs etwas Neues in der Bundesliga. Ähnlich ließ bereits Jürgen Klopp zu seinen Glanzzeiten mit Borussia Dortmund spielen und war genauso erfolgreich. Nur während Borussia Dortmund damals gelobt worden ist, erntet Leipzig von fast allen Seiten nur Kritik. Immer wieder Argumentationsgrundlage ist die Tatsache das Leipzig nicht aus eigener finanzieller Kraft empor stieg, sondern dank eines Geldgebers oder wie es Neudeutsch heißt: Ein Retortenverein. Dabei gehören Bayern Leverkusen, TSG Hoffenheim oder FC Ingolstadt auch in diese Schublade, dennoch ist die Spaltung der Bevölkerung was das Thema angeht nicht mehr rückgängig zu machen.
Forciert wird diese Spaltung ab dem 25. November 2016 noch ausprägender mit der Rückkehr von Uli Hoeneß als Bayern Präsident. Dabei kommt der gebürtige Ulmer gerade zum richtigen Zeitpunkt zum Verein zurück, denn dieser ist aktuell in einer großen Sinnkrise. Da die Systemumstellung zwischen Pep Guardiola auf Carlo Ancelotti nicht funktioniert wie gewünscht. Dies macht sich nicht nur in der Liga bemerkbar, sondern auch in der Champions League. Erstmals seit sechs Jahren geht man als Tabellenzweiter in die Auslosung des Achtelfinales. Schuld daran ist eine überraschende Niederlage gegen den russischen Vertreter aus Rostow.
Aber vielleicht kann Uli Hoeneß die innere Spaltung beim FC Bayern beenden, aber die Spaltung innerhalb Fußball Deutschlands wird weiterhin bleiben.

Abermals blicke ich nach draußen und sehe, dass der November sich immer noch nicht von seiner besten Seite zeigt. Aber vielleicht wird ja im Dezember alles besser.


Montag, 7. November 2016

Paris und dann?

Bild: Florianric
Der 4. November 2016 geht in die Geschichtsbücher ein. Ein Vertrag, der die Zukunft der Menschheit sichern soll ist in Kraft getreten: Das Klimaabkommen von Paris. Aber was folgt nun als nächstes?

Bereits 97 Staaten haben das Klimaabkommen von Paris ratifiziert und darunter die größten Klimasünder mit den USA, China, die EU und Indien. Dabei ist das Pariser Abkommen deutlich ambitionierter in seiner Zielsetzung als sein Vorgänger dem Kyoto Protokoll. Da nun alle Staaten in die Pflicht genommen werden und nicht nur die Industriestaaten.

Zielsetzung des Klimaabkommen
Das gemeinsame Ziel ist, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen müssen die Emissionen von Treibhausgasen schnell sinken. Allen voran das Gas Kohlendioxid ist hauptverantwortlich für den Treibhauseffekt. Die Freisetzung des Gases erfolgt einerseits durch die Verbrennung von fossilen Energien und andererseits durch die Abholzung von Wäldern. Daher haben sich die Staaten verpflichtet bis 2050 die Energieversorgung mit Kohle, Öl und Gas zu beenden. Darüber hinaus sollen auch die Treibhausgase Methan sowie Lachgas reduziert werden. Diese beiden Gase entstehen allen voran in der Landwirtschaft und daher soll eine geringere Fleisch-und Milchproduktion Grundlage sein. Das Einzige, welches die Umweltschutzverbände bemängeln ist, dass der internationale Flug-und Schiffsverkehr ausgeklammert worden ist. Insbesondere der Flugverkehr bereitet ihnen Kopfschmerzen. Zwar liegt der Anteil des Treibhauseffekts beim Flugverkehr bei fünf Prozent, aber die Prognosen rechnen mit steigender Luftfahrt. 

Ansatz: Klimafinanzierung
Zwar sind die Industriestaaten die Hauptverursacher des Klimawandels wegen ihrer Lebensweise. Aber ab 2020 sollen sie jährlich 100 Milliarden an Entwicklungsländer zahlen, damit diese sich Klimaschutzmaßnahem sowie eine saubere Energieversorgung aufbauen können. Eine dieser Initiative ist AREI. Dahinter verbirgt sich ein Akronym und steht für Africa Renewable Energy Initiative. Es wurden zwar bereits einige Initiativen gestartet mit ähnlicher Intension, aber am Ende verliefen diese sich im Sande. Dies soll nun mit AREI nicht passieren aus verschiedenen Gründen. AREI ist im Gegensatz zu anderen bisherigen Programmen eine Entwicklung aus der eigenen Bevölkerung heraus und wird von staatlichen Institutionen geleitet. Dadurch ist eine bessere Verankerung sowie Verknüpfung mit den Politikprioritäten gewährleistet.  Darüber hinaus ist das Programm insgesamt ehrgeiziger als seine Vorgänger. Bis zum Jahr 2030 wurde das Ziel gesetzt über 300 Gigawatt an zusätzlicher Erneuerbaren-Energien-Kraftwerkskapazitäten zu errichten. Dabei möchte AREI nicht den fossilen Kraftwerkspark ersetzten, sondern viel mehr in seiner Struktur verändern und ähnlich wie in Deutschland in eine Dezentrale um die ländliche Gegenden besser zu erreichen.

Was ist Deutschlands Beitrag?
Während die Idee in Afrika ziemlich fortgeschritten ist, erlebt die Energiewende in Deutschland einen Dämpfer nach dem anderen. Der erste Dämpfer folgte am 08.07.2016 als der Bundestag die Überarbeitung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes zustimmte. Dabei unterliegen nun Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung über 750 Kilowatt eine Ausschreibungspflicht. Außerdem müssen Anlagen über 750 kW ihren Strom ebenfalls direkt vermarkten. Allerdings wird der anzulegende Wert für die Marktprämie nun nicht mehr gesetzlich festgelegt, sondern im wettbewerblichen Verfahren ermittelt. Dadurch wird der Ausbau der Windenergie erheblich gebremst und dabei gilt sie als wichtigste Säule der Energiewende. Eine weitere Niederlage erlebt die Energiewende hinsichtlich der Einigung des Klimaschutzplan 2050. Statt gemeinsam den Klimawandel zu bekämpfen innerhalb der Ressorts, wurde es eher zu einem Wahlkampfdilemma. Allen voran die von der Union geführten Ministerien haben andere Interessen und sehen den Wohlstand durch den Klimaschutz gefährdet. Dadurch haben sie gewisse Mindestgrenzen herausgestrichen und alles schwammiger formulieren lassen. Viviane Raddatz, Klimaexpertin der WWF, bringt es konkret auf dem Punkt: „Während andere Länder auf die Überholspur wechseln, steht Deutschland im Klimaschutz derzeit auf dem Standstreifen.“ 

Dabei sind die ersten Folgen des Klimawandels bereits zu spüren wie zum Beispiel die erhöhte Anzahl von Dürren oder extremer Starkregen. Beides mit der Folge von Ernteausfällen und somit eine Verknappung von Lebensmitteln. Daher ist es wichtig, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen und mehr Staaten das Pariser Abkommen ratifizieren als die bereits 97 Staaten.



Donnerstag, 20. Oktober 2016

Energiewende a la Trump

Bild: DonkeyHotey

Zwei Schritte vor und vier Schritte zurück – so könnte das Motto der amerikanischen Energiewende lauten, wenn Donald Trump der
45. Präsident von USA wird. Aber warum ist das so? Ein Erklärungsversuch.

Jeder der Energiewende liest, denkt automatisch an die Kehrtwende von Angela Merkel bezüglich ihrer Atompolitik. Statt einer vorher vereinbarten Laufzeitverlängerung kam es zu einer Laufzeitverkürzung bis zum Jahr 2022. Außerdem sollten die erneuerbaren Energien gefördert werden vom Staat bis sie auf eignen Füßen stehen und ein Selbstläufer werden.

Energiewende und USA?
Aber was hat nun die deutsche Energiewende mit der amerikanischen Politik am Hut? Auf den ersten Blick nicht viel, denn die USA gelten als eines der größten Klimasünder neben China. Aber der zweite Blick zeigt, dass wir mit unserer Politik maßgeblich zum Umdenken auch in den USA sorgen. Als Paradebeispiel lässt sich das neue Lebensgefühl in der Bay Area im Westen nennen. Einerseits haben in Kalifornien die Firmen SolarCity und Tesla ihren Hauptsitz und andererseits hat der Bundesstaat geplant bis 2020 über 33% des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Als Vorreiter dieser Pläne gilt das Silicon Valley mit Google, denn diese operieren seit 2007 CO2-neutral. Zudem haben sich Apple, Microsoft und Amazon zum Clean Power Act von Barack Obama bekannt. Des Weiteren ist bemerkenswert, dass bereits allein in Kalifornien über 76.000 Menschen einen Job in der Solarbranche haben und die Tendenz geht steil nach oben. Für anstehenden Wahl bedeutet dies, dass Kalifornien abermals ein demokratischer Bundesstaat sein wird und 55 Wahlmänner für Donald Trump fehlen würden.
Zwar nur 6 Wahlmänner, aber dafür ein weiterer Bundesstaat mit einem Vorzeigecharakter ist Iowa. Nicht die Solarbranche erlebt hier seinen Boom, sondern die Windenergie. Bereits über ein Drittel des erzeugten Stroms in Iowa kommt von einem Windrad. Aber Trump poltert gegen diese Branche mit Halbwissen und behauptet das die Windräder Vögel töten würden. Stattdessen belegen immer wieder Statistiken das Gegenteil und der Ausbau von Windenergie ist fast unaufhaltsam in den USA bereits. Seit der Amtszeit von Barack Obama wurde die Erzeugung durch Windenergie verdreifach und allein im Jahr 2015 wurden über 8600 Megawatt (MW) neu installiert. Als Vergleichsgröße dieser Leistung können die acht verbliebenen Kernreaktoren in Deutschland herangezogen werden.

Trumps Eigentore
Nicht nur das Iowa die Windenergie stark forciert, sondern der Senator Chuck Grassley gilt als Urheber des Production Tax Credit (PTC). Der PTC ist ein Förderprogramm zum Ausbau von erneuerbaren Energien in den USA und hat auch dazu verholfen, dass Iowa eine unabhängige Energieversorgung hat. Das besondere an Chuck Grassley ist, dass er ein Republikaner ist und sich somit gegen die Pläne von Donald Trump stellen wird und eine gewisse Lobbyarbeit für seine Projekte im Senat schaffen kann. Denn Trump hat bereits immer wieder bei seinen Wahlkampfveranstaltungen betont, dass er vom Pariser Klimaabkommen zurücktreten möchte sowie die beschlossenen Beschränkungen von CO2-Emissionen von Barack Obama außer Kraft setzen möchte. Als
Bild: Wikipedia
Alternative hat Donald Trump immer wieder die Rückkehr zur Kohlekraft und zur eigenen Ölförderung durch den Aufbau der Keystone-Ölpipeline nach Kanada erwähnt. Sein Hauptargument ist eine Energie-Unabhängigkeit der USA. Aber im Detail ist sowohl die Kohle als auch das Öl nicht mehr wirtschaftlich.
Der Kohlebergbau verzeichnet bei der Energieversorgung seit 2005 einen Rückgang von über 25% und bis 2016 werden über 6000 MW Gesamtleistung stillgelegt. Geschäftsführer Nick Atikins, vom größten Energieversorger American Electric Power, argumentiert es mit dem Kundenwunsch nach sauberen Strom. Einen ähnlichen Rückgang erlebt das Erdöl aufgrund des Fracking nach Erdgas. Zwar eine umstrittene Technik, aber bringt eine gewisse Unabhängigkeit auf dem Erdölmarkt mit sich für die USA. Somit wäre die Pipeline völlig unwirtschaftlich. Außerdem hat Barack Obama bereits als Ziel herausgegeben über eine halbe Milliarde Solarmodule auf den Dächern der US-Bürger installiert zu haben und hat mit diesen Plänen neben den Unternehmen auch die Bürger auf seiner Seite.
 

Würde Donald Trump Präsident, dann wäre das gesamte Weltklima in Gefahr. Aber die Strahlkraft von Tesla, Amazon, Google und Microsoft könnten die Augen der Wähler öffnen und somit Trump nicht zum Präsidenten wählen. Damit wäre der Weg weiterhin offen die Schritte, welche Barack Obama bereits gegangen ist, weiterzugehen.


Dienstag, 11. Oktober 2016

Alea iacta est

Bild: CSU Facebook
Liebe CSU,

Ich bin seit über 26 Jahren stolzer Bayoware. Ich bin - mit einem der größten Ministerpräsidenten nach Franz-Josef Strauß - aufgewachsen, Edmund Stoiber. Er hat mein politisches Interesse durchaus mit geprägt. Immer wieder durfte ich seine Ideen durch den Münchner Merkur lesen und kritisch für mich beleuchten. Mit dem Ende der Ära von Stoiber hattet ihr ein leichtes politisches Tief und habt versucht es mit Horst Seehofer aufzufangen.

Ich habe sein Karrierestart als Ministerpräsident maßgeblich als Wähler mitgeprägt. Endlich durfte ich an die Urne, aber einerseits als Bayer und andererseits bezüglich der bisherigen politischen Qualität war mir ein Kreuz hinter der CSU die logische Konsequenz. Auch ein Jahr später auf Bundesebene war es für mich eine Selbstverständlichkeit, denn die herrschende Finanzkrise zeigte mir wie gut Angela Merkel uns geführt hat.

2013 zeigte sich ein ähnliches Bild ab. Eine starke CSU in Bayern unterstützt auf Bundesebene Angela Merkel. Außerdem hatte ich weder mit der Personalie Horst Seehofer und Angela Merkel ein Problem. Beide zeigten eine souveräne Politik und im insgesamten Ländervergleich sah Bayern innerhalb Deutschlands sowie Deutschland innerhalb der EU solide aus. Kurz um: Uns geht es so gut wie nirgendwo anders.

Zwei Jahre später standen wir vor der größten Herausforderung der Weltgeschichte. Die Krisenherde der Welt nehmen immer mehr zu und Leute sind deswegen auf der Flucht. Und da sich auch in der Welt herum gesprochen hat, dass wir in Deutschland einen hohen Lebensstandard haben, sind die Menschen aus Afrika, Syrien oder Afghanistan unterwegs nach Deutschland. Angela Merkel dachte an eine gemeinschaftliche Lösung der EU und setzte dadurch das Dublin-Abkommen aus. Aber die Staatengemeinschaft erlebte in der Vergangenheit ein Rechtsruck und dadurch war ein Verteilen der Flüchtlinge via Quotenlösung Makulatur. Da Bayern auf der Route durch die Grenzen an Tschechien und Österreich liegt, kommen hier die Flüchtlinge zuerst an. Da aber Angela Merkel keine Patentlösung für die Länder hatte, geht Horst Seehofer auf Konfrontationskurs mit Angela Merkel da er sich vernachlässigt fühlt. Daher kann ich als Wähler ihn verstehen, aber genauso als Generation Y bzw Generation EU auch Angela Merkel verstehen.

Aber eine der größten Herausforderungen der gesamten Weltgeschichte gilt der Klimawandel. Immer wieder wird nach einer globalen Lösung gefunden bzw immer wieder wird betont, dass das Problem ist die Industrie und das Verkehrswesen durch deren Ausstoß von CO2 und Stickoxide. 2015 wurde in Paris bei der Weltklimakonferenz auch auf diese Problemzone angesprochen und ein Nachfolgevertrag für den bekannten Kyotoprotokoll erstellt und knapp ein Jahr später kann es in Kraft treten. Zudem steht die Automobilindustrie in der Kritik, da sie einerseits die e-Mobilität nicht forciert und andererseits wohl mittels Schummelsoftware die Dieselwerte angepasst hat. Um beides zu fördern, haben einige Politiker das Aus für den fossilangetriebenen PKW gefordert. Für mich als Wähler, der die Folgen des Klimawandels miterlebt und gerne eine Welt für seine Kinder und Enkelkinder erhalten möchte, ist es eine tolle Idee. Aber das nun ausgerechnet die CSU diese Zeichen der Welt nicht versteht, hat meine Wahlentscheidung bereits bestimmt.

Trotz 26 Jahre stolze Bürgerschaft, aber das Wohl der Erde für meine Kinder und Kindeskinder ist mir deutlich wichtiger.