Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 25. November 2019

November Rain

Bild: Eigene Darstellung
Wer kennt diesen Hit von Guns n' Roses nicht aus dem Jahr 1987? Aber es passt eigentlich gar nicht zum finnischen November. Eigentlich müsste der Titel heißen: November Snow

Was ging im November?
Also zusammenfassend war mein November eigentlich gefüllt mit vielen Ereignissen. Anfang November bin ich nach Tampere gereist und habe mein erstes Basketball Spiel der finnischen Liga angeschaut. Davon habe ich euch bereits in einem separaten Blog-Eintrag berichtet. Nach meinen Ausflug ist der Winter total eingebrochen in Oulu. Teilweise bis zu -16 Grad kalt. Klingt natürlich im ersten Moment sehr kalt, aber eigentlich ist diese Kälte nicht spürbar. Warum das so ist? Nun ja die Kälte ist ziemlich trocken und nicht so feucht wie die Kälte in Deutschland. Dennoch sollte sich warm angezogen werden. Größte Umstellung aktuell ist aber nicht die Kälte, sondern viel mehr das die Tage immer kürzer werden und das tatsächlich spürbar. Zwar kennt man das Phänomen im Dunkeln aus der Haustür zu gehen und im Dunkeln auch wieder nach Hause zu kommen. Aber es ist bereits gegen 15 Uhr hier Dunkel und das ist nicht bekannt aus unseren Kreisen. Man gewöhnt sich dennoch dran und daher keine Sorge um mich. Außerdem empfinde ich noch keine Müdigkeit oder eine Art Depression. Ergo ich empfinde noch kein Vitamin D Mangel. Abseits von den Wintererlebnissen habe ich auch ein Wochenendausflug nach Tallinn vorgenommen, da ich eine Auslandsreise nach mindestens 90 Tagen durchführen musste. Also passend am 90. Tag in Finnland habe ich das Land verlassen und mich in Richtung Estland aufgemacht. Anstelle den Nachtzug zu nehmen, habe ich mich für eine Reise nach Helsinki tagsüber entschieden und eine Übernachtung in der Hauptstadt. War auch eine gute Entscheidung, dadurch bin ich ausgeschlafen nach Estland gereist mit der Fähre. Bei der Fähre handelt es sich um ein riesigen Dampfer, der auch ganz viele Menschen transportiert. Innerhalb der 2.5 Stündigen Überfahrt kann man auf jegliche Art unterhalten werden. Einerseits mit guten Essen und andererseits durch einen Partysektor mit Live Band. Aber ein durchaus zu empfehlen. Schneller geht es fast nicht auf die andere Ostsee-Seite. In Estland angekommen, habe ich mich auch gleich aufm Weg zum Hotel gemacht und habe eingecheckt. Danach habe ich innerhalb von 6h versucht die ganze Altstadt anzuschauen. Fazit: Ich habe es geschafft, aber es ist sehr mühsam. Man wird förmlich erschlagen von den Impression innerhalb der Zeitreise ins Mittelalter. Eine Reise, die sich auf jeden Fall lohnt. Das nächste Mal würde ich mich deutlich mehr Zeit nehmen für die Stadt. Nach meiner Ankunft in Oulu und in der Folgewoche war der Herbst zurück in der Stadt. Im Schnitt war es 2-3 Grad und der Schnee war komplett verschwunden. Aber zum Wochenende kam der Schnee wieder zurück und die Kälte. Aber wie bereits angekündigt: Winter is coming

Die Leseratte?
Naja, diese hatte sich auch bisschen in den Winterschlaf begeben. So viele Bücher habe ich leider nicht gelesen in diesem Monat. Lediglich zwei Bücher für das Studium habe ich durchgelesen. Einerseits "Running Lean" von Ash Maurya und andererseits "Lean Ux" von Jeff Gothelf. Aber wenn ihr mehr über Gruppendynamiken lernen wollte und ähnliches kann ich diese beiden Bücher empfehlen.

Hörempfehlung?
Weiterhin bin ich ein großer Fan von Podcasts während meines Aufenhalt hier. Diesen Monat kann ich euch das "Morning Briefing" von Gabor Steingart empfehlen. Gabor Steingart ist der ehemalige Herausgeber vom Handelsblatt. Seine Kontakte durch diese Zeit nutzt er in seinem Podcast und hat interessante Gäste in seinem Podcast. Ansonsten ist eine wie er selbst sagt eine vernünftige Stimme der Politik und Wirtschaft. Diese andere, aber auch sehr kritische Blick auf diverse Themen gefallen mir sehr gut.

Last not Least
"December will be magic"  


Donnerstag, 22. Juni 2017

GB hat gewählt

 
  
Bild: Wikipedia     
Nachdem die Holländer und die Franzosen bereits die Euroskeptiker in ihrem Land die kalte Schulter gezeigt haben, wie werden nun die Briten ihr Schicksal annehmen. Der Brexit ist beschlossene Sache, aber wie soll es nun weitergehen?

Vor der Wahl sah es ganz danach aus, dass Theresa May alles richtig gemacht hat mit der Entscheidung Neuwahlen auszurufen. Die politischen Gegner sind auf dem Boden, denn Jeremy Corbyn betreibt eine kontroverse Politik mit der Ideologie der Verstaatlichung von diversen Unternehmen. Dieser Unmut macht sich nicht nur innerhalb seiner Parteifreunden bemerkbar, sondern auch das Volk ist mit dieser Entscheidung nicht ganz zufrieden. Dementsprechend bekommt der Labour-Chef bei der letztem Umfrage vor der Wahl lediglich 30% Zuspruch und somit der Verlust von einigen Wahlbezirken. Auch aus Schottland weht ein eisiger Wind dem 68-Jährigen entgegen, denn die Schotten und insbesondere die SNP (Schottische Nationalpartei) möchte gern selbst aus dem Bund des „United Kingdom“ aussteigen um als unabhängiger Staat sich der Europäischen Union anschließen zu können. Bislang galt Schottland als eine kleiner Notnagel für die Labourpartei um paar Sitze zu gewinnen.

Außerdem möchte Theresa May ihre Machtposition stärken gegenüber den Verhandlungen rund um den Brexit bei der Europäischen Union. Eine starke Vertretung im Unterhaus würden ihr Helfen ihre Ideen schnelle durchzusetzen und somit zähe Kompromisslösungen mit der Labour-Partei verhindern. Auch wenn ihre Vorstellungen des Austritts ein immenses Risiko für das Land und seine Wirtschaftskraft bedeuten könnte, möchte May an ihren Vorstellungen weiterhin festhalten. Schließlich habe das Volk beim Referendum am 23.06.2016 für diesen Schritt votiert.

Dieses besagte Referendum könnte auch Jeremy Corbyn in die Karten spielen, denn das Ergebnis für die Entscheidung für den Ausstieg aus der Europäischen Union war ein knapp. Zudem haben viele Briten bemerkt, dass ihre damalige Entscheidung eindeutig eine Fehlentscheidung war. Dies merken sie nicht anhand der präsentierten Wirtschaftszahlen aus dem Ministerium, welche einen Wachstum der Wirtschaft von ungefähr 0,3% prognostiziert hatten. Sondern auch in ihrem Geldbeutel, denn die Inflation ist erstmalig auf 2,3% gewachsen und somit auf den höchsten Stand seit ungefähr zweieinhalb Jahren. Im Gegenzug erwarten die britischen Haushalte keine Gehaltserhöhung von ihren Arbeitgebern und somit haben sie auch real weniger in der Tasche. Durch diese Entwicklung haben die Briten auch eindeutig weniger Lust auf Konsum und dämpfen somit die Wirtschaftsleistung. Dabei macht der eigene Konsum über zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus.

Ein weiteres Risiko des harten Ausstieges aus der Europäischen Union ohne nennenswerten Erfolg auf der wirtschaftspolitischen Ebene ist die Veränderung des Status Großbritannien zu einem Drittstaat gegenüber der Europäischen Union. Als Drittstaat werden gegenüber der Europäischen Union Zölle fällig. Diese Maßnahme könnte allen voran den Automobilsektor hart treffen, denn gegenüber Personenkraftfahrzeugen werden zehn Prozent fällig. Extremer fällt der Prozentsatz für Nutzfahrzeuge aus, denn dort liegt der Wert bei 22%. Aber nicht nur für komplette Fahrzeuge fällt dieses Handelshemmnis ab, sondern auch für den Ersatzteilsektor. Dort erwirtschaftete Deutschland 23 Milliarden Euro im Jahr 2016 und ungefähr 15% (ca. 3,5 Milliarden Euro) davon entfallen auf den britischen Markt.

Die Situation in Großbritannien vor der Wahl war sicherlich nicht leichteste zum Regeln für eine Staatschefin mit dem Format von Theresa May. Das Land wurde innerhalb von drei Monaten von diversen Terroranschlägen heimgesucht, welche die unterschiedlichsten Intensionen hatte aus Sicht der Terroristen. Immer im Mittelpunkt stand dennoch die Unzufriedenheit gegenüber die aktuelle Politik von Theresa May. Diese verstand es auch als einen direkten Angriff auf ihre politische Richtung und verschärfte diese immer mehr. Dies gipfelte am Ende mit dem Resultat, dass Theresa May anfing die Menschenrechte innerhalb Großbritanniens in Frage zu stellen.

Ein politisches Eigentor wie sich herausstellte am Ende, denn die Wähler sahen nicht nur die Bedrohung durch externe Terroristen, sondern auch intern in London, besser gesagt in Downing Street 10 sitzen. Dementsprechend straften sie Theresa May ab und gaben vermehrt ihre Stimme für die Labour-Partei ab. Knapp 13 Millionen Wählerstimmen konnte Jeremy Corbyn für sich vereinen. Die Partei scheiterte knapp an der 40% Hürde, aber konnte ihren Wert aus dem Jahr 2015 um über zehn Prozent steigern. Ein erster Achtungserfolg für die einst totgeglaubte Labour-Partei. Ein weiterer Erfolg, welcher bereits sich bei der ersten Hochrechnung abzeichnete, war der Gewinn von über 262 Wahlbezirken und somit konnten die Konservativen unter Theresa May keine absolute Mehrheit im Unterhaus gewinnen. Besonders dramatisch aus Sicht von Theresa May ist nicht nur die verloren gegangene absolute Mehrheit, sondern auch das einige sicher geglaubte Wahlbezirke auf einmal an die Labour-Partei gegangen sind. Höhepunkt der Niederlage war, dass die Neuauszählung des Londoner Stadtteils Kensington einen Sieg für die Arbeiterpartei ergab. Ein Ergebnis, womit die Demographen der Konservativen in ihren kühnsten Träumen geglaubt hätten. 

Theresa May gab noch am Folgetag der Wahl bekannt, dass sie sich mit dem Willen der Neuwahlen einfach verzockt hat. Sie dachte nur an die Partei und ihren eigenen Interessen gedacht und dabei das Volk vollkommen aus dem Augen verloren. Um dennoch an der Macht bleiben zu können, muss sie mit der nordirischen Partei „Democratics Unionist Party“ koalieren. Ein Pakt aus dem beiden Seiten nur als Verlierer hervorgehen werden. Es erinnert ganz stark an die erste Wahl von David Cameron als dieser eine Koalition mit den „Liberal Democratics“ eingehen musste um sein erstes Parlament auf die Beine zu stellen zu können. Was aus der „LibDem“ nun geworden ist, wird besonders bei der Wahl 2015 sowie bei dieser Wahl deutlich. An ihre hohes Ergebnis von damals können sie nicht mehr anknüpfen. Jenes Schicksal könnte auch der DUP passieren auch wenn es sich hierbei eher um eine Lokalpartei handelt. Für die Tories bedeutet es auch Zähne zusammen beißen und weiterhin Kompromisse finden bezüglich des Austritt aus der europäischen Union. Die DUP steht eher für einen sanften Ausstieg, welcher eine enge wirtschaftliche Verzahnung zwischen der Europäischen Union und dem Vereinten Königreich vorsieht. Einen Austritt, welchen auch einige Bürger eher befürworten als den heftigen und schmerzvollen.

Inwieweit sich nun Theresa May an ihrem Fahrplan halten kann für den Ausstieg bis 2019 oder ob sie noch bis 2019 die Premier Ministerin sein wird, steht nun in den Sternen. Neuwahlen noch in diesem Jahr sind nicht ganz ausgeschlossen, denn die Koalition verfügt nur über eine enge Mehrheit im Unterhaus und steht sowieso aufgrund der Kontroversität des Thema „Brexit“ auf sehr dünnen Eis.

Ist das eine Chance für Labour, dass Land wieder zu reformieren wie einst unter Tony Blair?
 

Montag, 5. Dezember 2016

Danke Österreich

Bild: Wikipedia
Abermals eine denkbare knappe Wahl, aber eine Wahl gegen den Rechtspopulismus. Alexander van der Bellen hat es geschafft. Ein Dank ans gesamte Volk Österreichs.

Erleichterung, Beruhigung und Hoffnung. Drei Gefühle, welche die europäischen Politiker nach der Wahl in Österreich besitzen. Die Zukunft Europas stand auf Messerschneide. Der Rückenwind für die Rechtspopulisten schien unfassbar groß zu sein und dies allen voran nach der Wahl von Donald Trump in den Vereinigten Staaten. Aber auch waren die Sorgenfalten groß, denn nach der Wahl ist vor der Wahl. Im nächsten Jahr wird in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland das Parlament neu gewählt. Aber nun schöpfen die Volksparteien neue Kraft und hoffen den Wind aus den Segeln nehmen zu können. Viele Politiker schreien zwar bereits auf, dass eine „Jetzt-erst-Recht-Stimmung“ aufkommen könnte bei den Bürgern bzw. Parteien. Aber die Euphorie über die Wahl von Alexander van der Bellen gegen Norbert Hofer überwiegt aktuell und diese Chance will nun genutzt werden.

Dennoch zeigt die Wahl wie zwei gespalten Österreich und Europa ist. Knapp 48% der Stimmen konnte der Ingenieur Norbert Hofer für sich vereinen und dies allen voran dank des ländlichen Bürgers sowie der großen Unzufriedenheit mit dem aktuellen System. Zwei Wählergruppen, welche in Europa keine Seltenheit sind und somit weiterhin fruchtbarer Boden für die Populisten ist. Nun gilt es diese Lücken zu schließen und Brücken zu bauen. Das aber ein Rechtsruck nun nötig ist, um die eigentlichen Aufgaben der Politik wieder in den Fokus rücken zu lassen, zeigt wie fremd die Politik gegenüber den Wählern geworden ist. Auch zeigt die Wahl, dass die sogenannten Volksparteien wie SPÖ oder ÖVP – repräsentativ: SPD oder CDU in Deutschland – ein Auslaufmodell in der Politik sind, denn erstmals in der Geschichte Österreichs stellt keiner der beiden Parteien den Bundespräsidenten. Nichtsdestotrotz haben die Wähler in Österreich gegen die Schädigung des Rufes des eigenen Landes votiert. Da immer wieder innerhalb des Wahlkampfes der Austritt aus der Europäischen Union und die Volksabstimmung für die Todesstrafe thematisiert worden ist vom rechtsorientierten Kandidaten Norbert Hofer.


Diese Tatsache macht auch wieder Hoffnung für die nächsten Wahlen in Europa.  Hoffen wir für Europa, dass der Rechtsruck vorerst gestoppt worden ist und es wird wieder Politik der Vernunft siegen.

Freitag, 25. November 2016

Gedankensammlung im November

Bild: Eigene Aufnahme
Jeden Monat passiert jede Menge in der Welt. Vieles beschäftigt mich davon, vieles eher nicht. Daher möchte ich jeden Monat meine kunterbunte Gedankensammlung publizieren. Hier die erste Ausgabe.

Während ich diese Zeile schreibe, blicke ich gelegentlich nach draußen und sehe ich das typische Novemberwetter. Nebel, Nass und einfach ekelhaftes Wetter. Bester Vergleich dazu ist auch die aktuelle Weltsituation.

Von Trump zu Merkel
Ein politisches Erdbeben wurde der 23. Juni 2016 genannt als die Briten für den Ausstieg aus der Europäischen Union gestimmt hatten. Aber wie würde nun der 8. November 2016 genannt werden? Für die Medien war es klar, dass nun ein anderer Wind von den USA weht. Meiner Meinung nach ist das eine verfrühte Verurteilung des Politikers Donald Trump. Der amerikanische Wahlkampf läuft anders ab als ihn der gemeine Europäer kennt. Hierbei wird ohne Schamgefühle und Hemmungen nach der Vergangenheit des jeweiligen anderen gesucht. Dies geriet nur in den letzten acht Jahren in Vergessenheit, da einerseits Barack Obama eine weiße Weste in seiner Vergangenheit hat und andererseits sein Wahlkampfteam sehr zurückhaltend agierte. Dabei gab es schon diverse Schlammschlachten in der Vergangenheit. Aber zurück zur voreiligen Verurteilung von Donald Trump als US-Präsident und dem Wahlkampf. Selbstverständlich musste Donald Trump Leute an die Urne befördern, denn allein auf seine Stammwähler sich zu verlassen wäre grob fahrlässig aus seiner Sicht gewesen. Daher musste er Töne anschlagen, welche den unentschlossenen Wählern anspricht und für sich gewinnen. Zudem ist die politische Bühne für ihn Neuland und er wird seine Grenzen kennenlernen. Eines dieser Grenzen ist beispielsweise das Kennenlernen von Verantwortung, welches das Amt des US-Präsidenten mit sich bringt. Dennoch zeigte der Wahlkampf sowie das Wahlergebnis wie tiefgespalten die Vereinigten Staaten von Amerika sind.
Eine ähnliche Befürchtung haben bereits erste deutsche Politiker hinsichtlich der anstehenden Bundestagswahl 2017. Dabei verstehe ich solche Aussagen überhaupt nicht. Wenn ich als Politiker Angst haben muss vor einem gespalteten Land bei der Wahl, dann läuft doch grundsätzlich etwas falsch. Dabei kann ich doch gemeinsam mit meinen Landes-bzw. Kommunalpolitiker mich beraten und versuchen es in richtige Bahnen zu leiten. Aber Politiker hören seit längerer Zeit immer weniger auf die Bedürfnisse der Bürger und dadurch entwickelte sich eine eigene Dynamik in den letzten Jahren. Angefangen über die Pegida-Bewegung in Dresden bis hin zur Wiederbelebung der AfD als Partei. Nun gab am 20. November 2016 Angela Merkel auf einer Pressekonferenz bekannt, dass sie für eine vierte Amtszeit kandieren möchte. Die Reaktion der anderen Parteien ließ nicht lange auf sich warten und prophezeiten Angela Merkel einen harten Wahlkampf. Dabei sollten alle gemeinsam versuchen den Rechtsruck in Deutschland zu bekämpfen und wieder auf die Bürger und ihre Wünsche hören. Meines Erachtens ist dies eher ein politischer Mehrwert und die Befürchtung eines gespaltenen Landes wäre nicht vorhanden.

Von Rangnick bis Hoeneß
Während die Politik noch die Gräben innerhalb der Bevölkerung zuschütten kann, ist es in der Fußball Bundesliga zu spät. Während der FC Bayern immer wieder die Gemüter erhitzte, haben sie diesen Ruf nun los. Immer wieder in den Fokus der Stammtische sowie der Medien rückt der Aufsteiger aus Sachsen RB Leipzig. Die hitzige Diskussion erhielt nun neues Feuer, da der FC Bayern am Wochenende gegen Borussia Dortmund patzte und die Tabellenführung herschenkte und dies ausgerechnet an RB Leipzig.
Bild: André Zehetbauer

Dabei kommt dieser Erfolg nicht von ungefähr in Leipzig. Selbstverständlich haben sie mit einem Brausehersteller einen potenten Geldgeber im Rücken, aber statt das Geld in Stars zu investieren wird hier nachhaltig gewirtschaftet. Stattdessen wurde in den Ausbau der Jugendabteilung investiert um auch künftige junge Talente im Profikader stehen zu haben oder sie für teures Geld an andere Vereine zu verkaufen. Aber auch die Coaching-Philosophie von Ralph Hasenhüttl trägt maßgeblich zum Erfolg der Roten Bullen bei. Dabei ist sein Konzept recht simpel gehalten: Den Gegner solange beschäftigen bis er einen Fehler macht und anschließend auskontern. Dabei ist diese Konzeption keineswegs etwas Neues in der Bundesliga. Ähnlich ließ bereits Jürgen Klopp zu seinen Glanzzeiten mit Borussia Dortmund spielen und war genauso erfolgreich. Nur während Borussia Dortmund damals gelobt worden ist, erntet Leipzig von fast allen Seiten nur Kritik. Immer wieder Argumentationsgrundlage ist die Tatsache das Leipzig nicht aus eigener finanzieller Kraft empor stieg, sondern dank eines Geldgebers oder wie es Neudeutsch heißt: Ein Retortenverein. Dabei gehören Bayern Leverkusen, TSG Hoffenheim oder FC Ingolstadt auch in diese Schublade, dennoch ist die Spaltung der Bevölkerung was das Thema angeht nicht mehr rückgängig zu machen.
Forciert wird diese Spaltung ab dem 25. November 2016 noch ausprägender mit der Rückkehr von Uli Hoeneß als Bayern Präsident. Dabei kommt der gebürtige Ulmer gerade zum richtigen Zeitpunkt zum Verein zurück, denn dieser ist aktuell in einer großen Sinnkrise. Da die Systemumstellung zwischen Pep Guardiola auf Carlo Ancelotti nicht funktioniert wie gewünscht. Dies macht sich nicht nur in der Liga bemerkbar, sondern auch in der Champions League. Erstmals seit sechs Jahren geht man als Tabellenzweiter in die Auslosung des Achtelfinales. Schuld daran ist eine überraschende Niederlage gegen den russischen Vertreter aus Rostow.
Aber vielleicht kann Uli Hoeneß die innere Spaltung beim FC Bayern beenden, aber die Spaltung innerhalb Fußball Deutschlands wird weiterhin bleiben.

Abermals blicke ich nach draußen und sehe, dass der November sich immer noch nicht von seiner besten Seite zeigt. Aber vielleicht wird ja im Dezember alles besser.


Montag, 7. November 2016

Paris und dann?

Bild: Florianric
Der 4. November 2016 geht in die Geschichtsbücher ein. Ein Vertrag, der die Zukunft der Menschheit sichern soll ist in Kraft getreten: Das Klimaabkommen von Paris. Aber was folgt nun als nächstes?

Bereits 97 Staaten haben das Klimaabkommen von Paris ratifiziert und darunter die größten Klimasünder mit den USA, China, die EU und Indien. Dabei ist das Pariser Abkommen deutlich ambitionierter in seiner Zielsetzung als sein Vorgänger dem Kyoto Protokoll. Da nun alle Staaten in die Pflicht genommen werden und nicht nur die Industriestaaten.

Zielsetzung des Klimaabkommen
Das gemeinsame Ziel ist, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen müssen die Emissionen von Treibhausgasen schnell sinken. Allen voran das Gas Kohlendioxid ist hauptverantwortlich für den Treibhauseffekt. Die Freisetzung des Gases erfolgt einerseits durch die Verbrennung von fossilen Energien und andererseits durch die Abholzung von Wäldern. Daher haben sich die Staaten verpflichtet bis 2050 die Energieversorgung mit Kohle, Öl und Gas zu beenden. Darüber hinaus sollen auch die Treibhausgase Methan sowie Lachgas reduziert werden. Diese beiden Gase entstehen allen voran in der Landwirtschaft und daher soll eine geringere Fleisch-und Milchproduktion Grundlage sein. Das Einzige, welches die Umweltschutzverbände bemängeln ist, dass der internationale Flug-und Schiffsverkehr ausgeklammert worden ist. Insbesondere der Flugverkehr bereitet ihnen Kopfschmerzen. Zwar liegt der Anteil des Treibhauseffekts beim Flugverkehr bei fünf Prozent, aber die Prognosen rechnen mit steigender Luftfahrt. 

Ansatz: Klimafinanzierung
Zwar sind die Industriestaaten die Hauptverursacher des Klimawandels wegen ihrer Lebensweise. Aber ab 2020 sollen sie jährlich 100 Milliarden an Entwicklungsländer zahlen, damit diese sich Klimaschutzmaßnahem sowie eine saubere Energieversorgung aufbauen können. Eine dieser Initiative ist AREI. Dahinter verbirgt sich ein Akronym und steht für Africa Renewable Energy Initiative. Es wurden zwar bereits einige Initiativen gestartet mit ähnlicher Intension, aber am Ende verliefen diese sich im Sande. Dies soll nun mit AREI nicht passieren aus verschiedenen Gründen. AREI ist im Gegensatz zu anderen bisherigen Programmen eine Entwicklung aus der eigenen Bevölkerung heraus und wird von staatlichen Institutionen geleitet. Dadurch ist eine bessere Verankerung sowie Verknüpfung mit den Politikprioritäten gewährleistet.  Darüber hinaus ist das Programm insgesamt ehrgeiziger als seine Vorgänger. Bis zum Jahr 2030 wurde das Ziel gesetzt über 300 Gigawatt an zusätzlicher Erneuerbaren-Energien-Kraftwerkskapazitäten zu errichten. Dabei möchte AREI nicht den fossilen Kraftwerkspark ersetzten, sondern viel mehr in seiner Struktur verändern und ähnlich wie in Deutschland in eine Dezentrale um die ländliche Gegenden besser zu erreichen.

Was ist Deutschlands Beitrag?
Während die Idee in Afrika ziemlich fortgeschritten ist, erlebt die Energiewende in Deutschland einen Dämpfer nach dem anderen. Der erste Dämpfer folgte am 08.07.2016 als der Bundestag die Überarbeitung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes zustimmte. Dabei unterliegen nun Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung über 750 Kilowatt eine Ausschreibungspflicht. Außerdem müssen Anlagen über 750 kW ihren Strom ebenfalls direkt vermarkten. Allerdings wird der anzulegende Wert für die Marktprämie nun nicht mehr gesetzlich festgelegt, sondern im wettbewerblichen Verfahren ermittelt. Dadurch wird der Ausbau der Windenergie erheblich gebremst und dabei gilt sie als wichtigste Säule der Energiewende. Eine weitere Niederlage erlebt die Energiewende hinsichtlich der Einigung des Klimaschutzplan 2050. Statt gemeinsam den Klimawandel zu bekämpfen innerhalb der Ressorts, wurde es eher zu einem Wahlkampfdilemma. Allen voran die von der Union geführten Ministerien haben andere Interessen und sehen den Wohlstand durch den Klimaschutz gefährdet. Dadurch haben sie gewisse Mindestgrenzen herausgestrichen und alles schwammiger formulieren lassen. Viviane Raddatz, Klimaexpertin der WWF, bringt es konkret auf dem Punkt: „Während andere Länder auf die Überholspur wechseln, steht Deutschland im Klimaschutz derzeit auf dem Standstreifen.“ 

Dabei sind die ersten Folgen des Klimawandels bereits zu spüren wie zum Beispiel die erhöhte Anzahl von Dürren oder extremer Starkregen. Beides mit der Folge von Ernteausfällen und somit eine Verknappung von Lebensmitteln. Daher ist es wichtig, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen und mehr Staaten das Pariser Abkommen ratifizieren als die bereits 97 Staaten.



Donnerstag, 20. Oktober 2016

Energiewende a la Trump

Bild: DonkeyHotey

Zwei Schritte vor und vier Schritte zurück – so könnte das Motto der amerikanischen Energiewende lauten, wenn Donald Trump der
45. Präsident von USA wird. Aber warum ist das so? Ein Erklärungsversuch.

Jeder der Energiewende liest, denkt automatisch an die Kehrtwende von Angela Merkel bezüglich ihrer Atompolitik. Statt einer vorher vereinbarten Laufzeitverlängerung kam es zu einer Laufzeitverkürzung bis zum Jahr 2022. Außerdem sollten die erneuerbaren Energien gefördert werden vom Staat bis sie auf eignen Füßen stehen und ein Selbstläufer werden.

Energiewende und USA?
Aber was hat nun die deutsche Energiewende mit der amerikanischen Politik am Hut? Auf den ersten Blick nicht viel, denn die USA gelten als eines der größten Klimasünder neben China. Aber der zweite Blick zeigt, dass wir mit unserer Politik maßgeblich zum Umdenken auch in den USA sorgen. Als Paradebeispiel lässt sich das neue Lebensgefühl in der Bay Area im Westen nennen. Einerseits haben in Kalifornien die Firmen SolarCity und Tesla ihren Hauptsitz und andererseits hat der Bundesstaat geplant bis 2020 über 33% des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Als Vorreiter dieser Pläne gilt das Silicon Valley mit Google, denn diese operieren seit 2007 CO2-neutral. Zudem haben sich Apple, Microsoft und Amazon zum Clean Power Act von Barack Obama bekannt. Des Weiteren ist bemerkenswert, dass bereits allein in Kalifornien über 76.000 Menschen einen Job in der Solarbranche haben und die Tendenz geht steil nach oben. Für anstehenden Wahl bedeutet dies, dass Kalifornien abermals ein demokratischer Bundesstaat sein wird und 55 Wahlmänner für Donald Trump fehlen würden.
Zwar nur 6 Wahlmänner, aber dafür ein weiterer Bundesstaat mit einem Vorzeigecharakter ist Iowa. Nicht die Solarbranche erlebt hier seinen Boom, sondern die Windenergie. Bereits über ein Drittel des erzeugten Stroms in Iowa kommt von einem Windrad. Aber Trump poltert gegen diese Branche mit Halbwissen und behauptet das die Windräder Vögel töten würden. Stattdessen belegen immer wieder Statistiken das Gegenteil und der Ausbau von Windenergie ist fast unaufhaltsam in den USA bereits. Seit der Amtszeit von Barack Obama wurde die Erzeugung durch Windenergie verdreifach und allein im Jahr 2015 wurden über 8600 Megawatt (MW) neu installiert. Als Vergleichsgröße dieser Leistung können die acht verbliebenen Kernreaktoren in Deutschland herangezogen werden.

Trumps Eigentore
Nicht nur das Iowa die Windenergie stark forciert, sondern der Senator Chuck Grassley gilt als Urheber des Production Tax Credit (PTC). Der PTC ist ein Förderprogramm zum Ausbau von erneuerbaren Energien in den USA und hat auch dazu verholfen, dass Iowa eine unabhängige Energieversorgung hat. Das besondere an Chuck Grassley ist, dass er ein Republikaner ist und sich somit gegen die Pläne von Donald Trump stellen wird und eine gewisse Lobbyarbeit für seine Projekte im Senat schaffen kann. Denn Trump hat bereits immer wieder bei seinen Wahlkampfveranstaltungen betont, dass er vom Pariser Klimaabkommen zurücktreten möchte sowie die beschlossenen Beschränkungen von CO2-Emissionen von Barack Obama außer Kraft setzen möchte. Als
Bild: Wikipedia
Alternative hat Donald Trump immer wieder die Rückkehr zur Kohlekraft und zur eigenen Ölförderung durch den Aufbau der Keystone-Ölpipeline nach Kanada erwähnt. Sein Hauptargument ist eine Energie-Unabhängigkeit der USA. Aber im Detail ist sowohl die Kohle als auch das Öl nicht mehr wirtschaftlich.
Der Kohlebergbau verzeichnet bei der Energieversorgung seit 2005 einen Rückgang von über 25% und bis 2016 werden über 6000 MW Gesamtleistung stillgelegt. Geschäftsführer Nick Atikins, vom größten Energieversorger American Electric Power, argumentiert es mit dem Kundenwunsch nach sauberen Strom. Einen ähnlichen Rückgang erlebt das Erdöl aufgrund des Fracking nach Erdgas. Zwar eine umstrittene Technik, aber bringt eine gewisse Unabhängigkeit auf dem Erdölmarkt mit sich für die USA. Somit wäre die Pipeline völlig unwirtschaftlich. Außerdem hat Barack Obama bereits als Ziel herausgegeben über eine halbe Milliarde Solarmodule auf den Dächern der US-Bürger installiert zu haben und hat mit diesen Plänen neben den Unternehmen auch die Bürger auf seiner Seite.
 

Würde Donald Trump Präsident, dann wäre das gesamte Weltklima in Gefahr. Aber die Strahlkraft von Tesla, Amazon, Google und Microsoft könnten die Augen der Wähler öffnen und somit Trump nicht zum Präsidenten wählen. Damit wäre der Weg weiterhin offen die Schritte, welche Barack Obama bereits gegangen ist, weiterzugehen.


Dienstag, 11. Oktober 2016

Alea iacta est

Bild: CSU Facebook
Liebe CSU,

Ich bin seit über 26 Jahren stolzer Bayoware. Ich bin - mit einem der größten Ministerpräsidenten nach Franz-Josef Strauß - aufgewachsen, Edmund Stoiber. Er hat mein politisches Interesse durchaus mit geprägt. Immer wieder durfte ich seine Ideen durch den Münchner Merkur lesen und kritisch für mich beleuchten. Mit dem Ende der Ära von Stoiber hattet ihr ein leichtes politisches Tief und habt versucht es mit Horst Seehofer aufzufangen.

Ich habe sein Karrierestart als Ministerpräsident maßgeblich als Wähler mitgeprägt. Endlich durfte ich an die Urne, aber einerseits als Bayer und andererseits bezüglich der bisherigen politischen Qualität war mir ein Kreuz hinter der CSU die logische Konsequenz. Auch ein Jahr später auf Bundesebene war es für mich eine Selbstverständlichkeit, denn die herrschende Finanzkrise zeigte mir wie gut Angela Merkel uns geführt hat.

2013 zeigte sich ein ähnliches Bild ab. Eine starke CSU in Bayern unterstützt auf Bundesebene Angela Merkel. Außerdem hatte ich weder mit der Personalie Horst Seehofer und Angela Merkel ein Problem. Beide zeigten eine souveräne Politik und im insgesamten Ländervergleich sah Bayern innerhalb Deutschlands sowie Deutschland innerhalb der EU solide aus. Kurz um: Uns geht es so gut wie nirgendwo anders.

Zwei Jahre später standen wir vor der größten Herausforderung der Weltgeschichte. Die Krisenherde der Welt nehmen immer mehr zu und Leute sind deswegen auf der Flucht. Und da sich auch in der Welt herum gesprochen hat, dass wir in Deutschland einen hohen Lebensstandard haben, sind die Menschen aus Afrika, Syrien oder Afghanistan unterwegs nach Deutschland. Angela Merkel dachte an eine gemeinschaftliche Lösung der EU und setzte dadurch das Dublin-Abkommen aus. Aber die Staatengemeinschaft erlebte in der Vergangenheit ein Rechtsruck und dadurch war ein Verteilen der Flüchtlinge via Quotenlösung Makulatur. Da Bayern auf der Route durch die Grenzen an Tschechien und Österreich liegt, kommen hier die Flüchtlinge zuerst an. Da aber Angela Merkel keine Patentlösung für die Länder hatte, geht Horst Seehofer auf Konfrontationskurs mit Angela Merkel da er sich vernachlässigt fühlt. Daher kann ich als Wähler ihn verstehen, aber genauso als Generation Y bzw Generation EU auch Angela Merkel verstehen.

Aber eine der größten Herausforderungen der gesamten Weltgeschichte gilt der Klimawandel. Immer wieder wird nach einer globalen Lösung gefunden bzw immer wieder wird betont, dass das Problem ist die Industrie und das Verkehrswesen durch deren Ausstoß von CO2 und Stickoxide. 2015 wurde in Paris bei der Weltklimakonferenz auch auf diese Problemzone angesprochen und ein Nachfolgevertrag für den bekannten Kyotoprotokoll erstellt und knapp ein Jahr später kann es in Kraft treten. Zudem steht die Automobilindustrie in der Kritik, da sie einerseits die e-Mobilität nicht forciert und andererseits wohl mittels Schummelsoftware die Dieselwerte angepasst hat. Um beides zu fördern, haben einige Politiker das Aus für den fossilangetriebenen PKW gefordert. Für mich als Wähler, der die Folgen des Klimawandels miterlebt und gerne eine Welt für seine Kinder und Enkelkinder erhalten möchte, ist es eine tolle Idee. Aber das nun ausgerechnet die CSU diese Zeichen der Welt nicht versteht, hat meine Wahlentscheidung bereits bestimmt.

Trotz 26 Jahre stolze Bürgerschaft, aber das Wohl der Erde für meine Kinder und Kindeskinder ist mir deutlich wichtiger.